"Ein bitteres Ende für mich, aber ehrlich gesagt hatte ich absolut nichts mehr im Tank", sagte Zverev kurz darauf: "So ist das Leben. Ich bin deutlich zu müde, um emotional zu sein. Wir sind beide an unser absolutes Limit gegangen." Alcaraz ließ sich letztlich auch von zwischenzeitlichen Krämpfen nicht aufhalten und rang den Deutschen, der schon zum Matchgewinn aufgeschlagen hatte, in 5:27 Stunden nieder.
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"Du musst immer an dich selbst glauben, egal wie sehr du strauchelst", sagte Alcaraz im Anschluss an eines der spektakulärsten Grand-Slam-Halbfinals der Tennisgeschichte: "Das war körperlich eines der schwierigsten Matches, die ich je gespielt habe. Ich musste mein Herz in jeden Ball reinlegen."
Einzug ins vierte Major-Finale verpasst
Er trifft am Sonntag auf der Jagd nach seinem siebten Grand-Slam-Triumph auf Titelverteidiger Jannik Sinner oder Altmeister Novak Djokovic (Serbien) - die beiden spielen im Anschluss den zweiten Finalisten aus. Alcaraz könnte dann als jüngster Spieler der Geschichte seinen Karriere-Grand-Slam vervollständigen.
Zverev, der 2025 im Endspiel am Italiener Sinner gescheitert war, verpasste hingegen den Einzug in sein viertes Major-Finale. Für den Hamburger heißt es weiter warten - darauf, der erste deutsche Grand-Slam-Sieger seit Boris Becker 1996 zu werden. Beim Turnier in Melbourne hatte er bereits den 40. Versuch gestartet, dieses Ziel zu erreichen.
Mit einer ausgeglichenen Bilanz von 6:6 waren die beiden Kontrahenten in die Partie gestartet. Und obwohl Zverev Alcaraz auch schon in großen Grand-Slam-Matches bezwungen hatte, ließ es sich der Spanier vor der Partie nicht nehmen, eine Kampfansage zu formulieren. "Wenn er mich schlagen will, muss er viel schwitzen", sagte Alcaraz.
Schwitzen musste Zverev tatsächlich von Beginn an. Bei Temperaturen um die 30 Grad entwickelte sich eine umkämpfte Partie, die beide Spieler hochkonzentriert angingen. Alcaraz verzichtete weitgehend auf seine emotionalen Ausbrüche und Zverev ließ gelegentlich das mutige Spiel aufblitzen, das ihn in den vergangenen Tagen so stark gemacht hatte.
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Der Deutsche behielt auch beim ersten Breakball die Ruhe, dann aber - ganz plötzlich - erlebte er einen Rückfall in alte Zeiten. Mit zwei Doppelfehlern beim Stand von 4:4 schenkte er Alcaraz praktisch das entscheidende Break zum ersten Satzgewinn und haderte wie so oft mit der Besaitung seines Schlägers. Besonders ärgerlich: Alcaraz hatte in der Anfangsphase der Partie nicht unangreifbar gewirkt.
Zverev kämpfte sich zwar tapfer aus seinem selbst gegrabenen Loch, doch als er bereits zum Satzgewinn aufschlug, ließ ihn sein erster Aufschlag im Stich. Der Spanier schnappte sich schließlich den wichtigen Tiebreak, in dem Zverev abermals Chancen ausließ.
Dann aber wurde es dramatisch. Die Hitze in der Arena schien Alcaraz plötzlich Probleme zu bereiten - er hatte offenbar mit Krämpfen im Oberschenkel zu kämpfen. Alcaraz konnte nicht mehr rund laufen und dehnte sich mehrfach auf dem Platz, er spielte die Bälle jetzt nur noch aus den Armen heraus. Zverev nutzte das aus und sicherte sich, wenn auch ein wenig zittrig, den dritten Satz.
Drama ab Satz drei
Nach einer Behandlungspause wurde es bei Alcaraz nach und nach etwas besser. Im vierten Satz kehrte sogar sein berühmtes Lachen zurück. Zverev war aber weiterhin der fittere Spieler und entspannte sich zunehmend. Er holte sich auch den nächsten wichtigen Tiebreak.
Es blieb auch im Entscheidungssatz eine extrem umkämpfte Partie auf hohem Niveau. Mit dem besseren Ende für den Favoriten, der die Arena immer wieder mit Jubelgesten auf seine Seite zog.
