The Base Line: Greenhorn Bejlek lebt Traum in Abu Dhabi – Cirstea feiert in Rumänien

Qualifikantin Sara Bejlek mit ihrem Pokal in Abu Dhabi
Qualifikantin Sara Bejlek mit ihrem Pokal in Abu DhabiALI HAIDER / EPA / Profimedia

Unsere Tennis-Rubrik The Base Line meldet sich zurück zur Saison 2026! Wie gewohnt blicken wir auf die wichtigsten Ereignisse der Woche auf der ATP- und WTA-Tour: Wer sicherte sich die Titel? Wer steckt in einer Formkrise? Und welche Momente bleiben besonders in Erinnerung?

Titelträger

Die tschechische Qualifikantin Sara Bejlek erlebte in Abu Dhabi eine Woche, die sie wohl nie vergessen wird. Die 20-Jährige stürmte mit beeindruckender Konstanz zu ihrem ersten WTA-Titel und krönte ihre Leistung mit einem 7:6(5), 6:1-Finalsieg gegen die an Nummer zwei gesetzte Ekaterina Alexandrova.

Aus der Qualifikation kommend gewann Bejlek sieben Matches in Folge und gab dabei lediglich einen einzigen Satz ab. Auf ihrem Weg besiegte sie unter anderem Sonay Kartal, die Vorjahresfinalistin Ashlyn Krueger, Jelena Ostapenko, Clara Tauson und schließlich Alexandrova.

Bemerkenswert: Vor ihren Erfolgen gegen Tauson und Alexandrova hatte sie noch nie eine Top-20-Spielerin geschlagen. Als Weltranglisten-101. gestartet, katapultiert sie sich nun auf Rang 38 – ein beeindruckender Durchbruch auf großer Bühne.

Für Alexandrova endete das Turnier trotz Finalniederlage versöhnlich: An der Seite der 19-jährigen Maya Joint gewann sie den Doppeltitel.

In Rumänien feierte Sorana Cirstea eine emotionale Heimwoche. Bei den Transylvania Open dominierte sie das Geschehen und ließ im Finale Emma Raducanu beim 6:0, 6:2 keine Chance.

Für Raducanu war es dennoch ein Schritt nach vorn: Erstmals seit ihrem Triumph bei den US Open stand sie wieder in einem WTA-Finale. Nach der kürzlichen Trennung von Trainer Francis Roig zeigte die Britin zumindest aufsteigende Form.

Cirstea hingegen machte ihre Ankündigung wahr, dass 2026 ihre letzte Saison sein wird – und setzte mit dem Titelgewinn ohne Satzverlust ein starkes Ausrufezeichen. „Kann mich bitte jemand kneifen? Das ist ein wahr gewordener Traum“, sagte die 35-Jährige bei der Siegerehrung in Cluj.

Während Raducanu im Finale unterlag, durfte eine andere Britin jubeln: Katie Boulter triumphierte in Ostrava und sicherte sich ihren vierten WTA-Titel. Im Endspiel drehte sie gegen Tamara Korpatsch nach verlorenem ersten Satz das Match und gewann 5:7, 6:2, 6:1.

Nach einer schwierigen Phase, in der sie von Rang 23 bis auf Platz 120 zurückfiel, zeigt die Formkurve nun wieder nach oben. Seit der Zusammenarbeit mit Michael Joyce, dem ehemaligen Trainer von Maria Sharapova, scheint Boulter zurück in der Erfolgsspur. Sie wird nun auf Rang 84 der Weltrangliste geführt.

Auf der ATP-Tour verteidigte Felix Auger-Aliassime erfolgreich seinen Titel in Montpellier. Im Finale bezwang er Adrian Mannarino mit 6:3, 7:6(4) und sicherte sich damit seinen neunten Karrieretitel – bereits der achte in der Halle. Sein kraftvoller Aufschlag und die dominante Vorhand machen ihn auf diesem Belag besonders gefährlich.

Nach einem schwierigen Saisonstart – krankheitsbedingtes Aus beim United Cup, körperliche Probleme bei den Australian Open – scheint der Kanadier nun endgültig angekommen zu sein. Mit dem Titel klettert er auf Rang sechs der Welt und zieht an Milos Raonic vorbei – gemessen an Titeln ist er nun der erfolgreichste kanadische Spieler der Open Era.

Die größten Sorgenkinder

Für Daria Kasatkina und Emma Navarro bleibt die Lage angespannt. Beide schieden in Abu Dhabi bereits in der ersten Runde aus und kassierten jeweils ihre dritte Niederlage in Folge.

Kasatkina gewann nur eines ihrer letzten acht Matches und ist inzwischen auf Rang 61 abgerutscht – einst stand sie in den Top 10. Auch Navarro fand zuletzt kaum in ihren Rhythmus.

Bei den Herren läuft es für Flavio Cobolli ebenfalls nicht rund. Nach dem frühen Aus bei den Australian Open verlor er in Montpellier zum Auftakt gegen Landsmann Luca Nardi mit 2:6, 3:6. Drei Niederlagen in Serie sprechen eine klare Sprache.

Herausragende Momente

Comeback-Geschichten prägten die Woche auf der ATP-Tour. Jack Draper kehrte nach längerer Verletzungspause zurück und führte Großbritannien im Davis Cup mit einem souveränen 6:2, 6:2 gegen Viktor Durasovic in die nächste Qualifikationsrunde.

Auch Arthur Fils meldete sich zurück. In Montpellier gewann er zwei Matches gegen Valentin Royer und Ugo Blanchet, ehe er im Viertelfinale an Auger-Aliassime scheiterte. Gegen die absolute Spitze wirkte er noch etwas eingerostet – insgesamt aber ein gelungenes Comeback.

Die besten Ballwechsel

Für einen magischen Moment sorgte Auger-Aliassime mit einem spektakulären einhändigen Passierschlag gegen Stanislas Wawrinka, der das Publikum von den Sitzen riss.

Auch Cameron Norrie zeigte seine Klasse, als er am Netz einen scheinbar verlorenen Ball erlaufen konnte und Nicolas Budkov Kjaer damit verblüffte.

Bevorstehende Turniere

Auf der WTA-Tour läuft bereits das erste 1000er-Turnier der Saison in Doha. Titelverteidigerin Amanda Anisimova führt das Feld an. Ebenfalls am Start sind Iga Swiatek, Elena Rybakina, Coco Gauff, Mirra Andreeva und Jasmine Paolini.

Nicht dabei sind die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka sowie Jessica Pegula, die sich nach dem ersten Grand Slam des Jahres eine Pause gönnen.

In Rotterdam wartet ein hochklassig besetztes ATP-500-Turnier mit Alex De Minaur, Auger-Aliassime, Alexander Bublik und Daniil Medvedev.

In Dallas gelten Taylor Fritz und Ben Shelton als Favoriten, während in Buenos Aires Francisco Cerundolo und Luciano Darderi die Setzliste anführen.