Neue Frisur, alte Dominanz: Tadej Pogacar startet mit Traum-Solo

Am Siegertreppchen fühlt sich Pogacar wie zuhause
Am Siegertreppchen fühlt sich Pogacar wie zuhauseMARCO BERTORELLO / AFP

Radsport-Superstar Tadej Pogacar fährt beim Saisonauftakt wieder allen weit davon. Sein Strade-Bianche-Rekordsieg war ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz.

Tadej Pogacar stand grinsend im Konfetti-Regen auf der altehrwürdigen Piazza del Campo von Siena und fuhr sich durch die frisch blondierten Haare. Die kecke Frisur war das einzige Neue beim Radprofi-Superstar.

"Rennen für Rennen"

Die leise Hoffnung im Peloton hingegen, dass sich im zehnten Profijahr am Pogacars Dominanz etwas ändern könnte, hatte der slowenische Topstar beim Saisonauftakt im weißgrauen Staub der Toskana erstickt – sein vierter Strade-Bianche-Sieg ließ keine Fragen offen.

"Das war ein großartiger Start ins neue Jahr", sagte der Weltmeister, nachdem er mit einem seiner unwiderstehlichen Soli über diesmal rund 80 km beim Schotterspektakel triumphiert hatte. Ob das nun erneut bis in den Herbst so weitergehen werde, wie 2024 und 2025? "Mal sehen", sagte der 27-Jährige: "Das war heute der erste Tag. Wir gehen Tag für Tag, Rennen für Rennen an."

2026 soll das nächste galaktische Radsport-Jahr für den Außerirdischen werden: Nach den Frühjahrsklassikern ist der fünfte Toursieg das Hauptziel, Weltmeister will Pogacar danach zum dritten Mal in Serie werden, zudem Europameister beim Heimspiel in Slowenien. Nach diesem Auftakt ist kaum denkbar, dass dies jemand verhindern könnte.

Erfolgsrezept? Ganz einfach: "Vollgas bis zur Kuppe"

147 Tage nachdem Pogacar bei der Lombardei-Rundfahrt die alte Saison mit einem Traumsolo in Italien beendet hatte, startete er genau so in die neue. "Es gibt keinen wie ihn", schrieb La Gazetta dello Sport über Pogacars Siena-Triumph mit genau einer Minute Vorsprung auf Frankreichs Supertalent Paul Seixas – viermal hatte noch keiner das "Paris-Roubaix Norditaliens" gewonnen.

Es war ein typischer "Pogi"-Sieg: Jeder wusste, dass er attackieren würde. Jeder wusste, wann er attackieren würde. Am Monte Sante Marie nämlich, kurz nach der Rennmitte. So wie bei den Siegen 2022 und 2024.

Nur 2025 – als er nach einem Sturz erstmal aufschließen musste – griff Pogacar später an. Alle wussten also alles - verhindern konnte es keiner. "Ich habe mir einfach gesagt: Vollgas bis zur Kuppe", sagte Pogacar. Mehr Taktik brauchte es nicht.