Die Dominanz des Tadej Pogacar: Fluch und Segen zugleich für den Radsport

Auch bei der Flandern-Rundfahrt unantastbar: Tadej Pogacar
Auch bei der Flandern-Rundfahrt unantastbar: Tadej PogacarPeter Goding / Alamy / Profimedia

Es hätte so schön sein können: Nordisch rustikales Frühlingswetter, Volksfeststimmung in Belgien und die fünf besten Klassikerfahrer der Welt vereint bei einem Monument des Radsports. Doch was auf einen spektakulären Schlagabtausch bis zum Ende hoffen ließ, wurde abermals zur Solo-Show des Tadej Pogacar. So beeindruckend wie erwartbar.

Für den Radsport ist diese Dominanz Fluch und Segen zugleich. Ein Segen, weil ein alles überstrahlender Topstar, ein Jahrhunderttalent, ein Jäger von zuvor unerreichbar scheinenden Rekorden sich bestens vermarkten lässt. Zumal, wenn derjenige ein so sympathischer Kerl ist wie Pogacar. Wenn er im Sieg wie in der Niederlage stets eine gute Figur abgibt.

Ein Fluch ist sie, weil nicht nur der Ausgang der Flandern-Rundfahrt schlicht vorhersehbar war. Man musste diesmal ja schon froh sein, dass Pogacar seinen letzten Rivalen Mathieu van der Poel "erst" 18 km vor dem Ende abschüttelte - und so lange zumindest die Illusion von Spannung bestand.

Auf dem Weg zum größten der Geschichte

Und es sind ja nicht nur die Klassiker. Auch bei der Tour de France kann Pogacar - mal abgesehen von seinen hochkarätigen Helfern - keiner das Wasser reichen. Das zwei Jahre lange Aufbegehren von Jonas Vingegaard scheint lange zurückzuliegen. Zusammengefasst: Steht Pogacar am Start eines Rennens, dann gibt es ganz oft Spektakel - und ganz selten Überraschungen.

Der Außerirdische mit dem slowenischen Pass ist inzwischen auf einem guten Weg, der größte Radsportler der Geschichte zu werden, drauf und dran, auch den ewigen Eddy Merckx zu überflügeln. Und ja: Für Radsportfans ist es ein Privileg, dieser Ära beizuwohnen - manchmal aber ist es eben auch ganz schön langweilig.