Ärger mit der Bahn: Rad-Star Pogacar brettert bei Rot übers Gleis

Tadej Pogacar konnte in Flandern nicht mal ein Bahnübergang stoppen.
Tadej Pogacar konnte in Flandern nicht mal ein Bahnübergang stoppen.NICOLAS TUCAT/AFP

Die Konkurrenz konnte Tadej Pogacar nicht einfangen, und vom belgischen Bahnverkehr ließ sich der Radsport-Superstar bei der Flandern-Rundfahrt auch nicht aufhalten. Und das könnte dem Slowenen womöglich etwas Ärger einbringen. Auf dem Weg zu seinem dritten Sieg bei der "Ronde" hatte Pogacar wie eine Vielzahl anderer Fahrer wie Red-Bull-Star Remco Evenepoel nicht an einem roten Warnlicht vor einem Bahnübergang angehalten - das untersagen sowohl die Rad- wie auch die Verkehrsgesetze.

"Das war nicht schön. Nicht einmal zehn Meter vor dem Übergang sind drei Männer auf die Straße gesprungen und haben gewunken um uns anzuhalten", sagte Pogacar. Bei den Personen handelte es sich um Rennkommissäre, was Pogacar aber in der Hektik durchging: "Ich habe gedacht, vielleicht sind es Demonstranten oder so etwas. Und dann war das Feld auch schon geteilt."

Um zu stoppen, sei die Vorwarnzeit zu kurz gewesen, sagte Pogacar, die Gefahr eines Sturzes bei einer Vollbremsung zu groß. Belgischen Medien zufolge könnte den betreffenden Fahrern eine Geldstrafe von 320 Euro und sogar ein kurzzeitiger Entzug des Führerscheins drohen. Die Durchsetzung einer verkehrsrechtlichen Sanktion dürfte aber eher unwahrscheinlich sein.

Strafe gegen Pogacar

Derlei Vorfälle an Bahnübergängen geschehen bei den europäischen Klassikern nicht selten. Es gab bereits heikle Szenen, als Fahrer gesenkte Schranken umkurvten. Logistisch ist es nicht möglich, bei einem Rennen über teils weit mehr als 200 km mit zwangsläufigen Gleisüberquerungen den Bahnverkehr passgenau zu stoppen - dass Fahrer damit durch Wartezeiten benachteiligt werden, ist nicht vermeidbar.

Die Rennleitung verzichtete am Sonntag darauf, Pogacar und andere Profis zu bestrafen, das Reglement hätte eine Disqualifikation hergegeben. Blechen musste Pogacar dennoch: Für Müllentsorgung außerhalb der vorgesehenen Zonen wurde er mit einer Buße von 500 Schweizer Franken (542 Euro) belegt - der bestbezahlte Radsportler der Welt konnte das verschmerzen.