"Das war nicht schön. Nicht einmal zehn Meter vor dem Übergang sind drei Männer auf die Straße gesprungen und haben gewunken um uns anzuhalten", sagte Pogacar. Bei den Personen handelte es sich um Rennkommissäre, was Pogacar aber in der Hektik durchging: "Ich habe gedacht, vielleicht sind es Demonstranten oder so etwas. Und dann war das Feld auch schon geteilt."
Um zu stoppen, sei die Vorwarnzeit zu kurz gewesen, sagte Pogacar, die Gefahr eines Sturzes bei einer Vollbremsung zu groß. Belgischen Medien zufolge könnte den betreffenden Fahrern eine Geldstrafe von 320 Euro und sogar ein kurzzeitiger Entzug des Führerscheins drohen. Die Durchsetzung einer verkehrsrechtlichen Sanktion dürfte aber eher unwahrscheinlich sein.
Strafe gegen Pogacar
Derlei Vorfälle an Bahnübergängen geschehen bei den europäischen Klassikern nicht selten. Es gab bereits heikle Szenen, als Fahrer gesenkte Schranken umkurvten. Logistisch ist es nicht möglich, bei einem Rennen über teils weit mehr als 200 km mit zwangsläufigen Gleisüberquerungen den Bahnverkehr passgenau zu stoppen - dass Fahrer damit durch Wartezeiten benachteiligt werden, ist nicht vermeidbar.
Die Rennleitung verzichtete am Sonntag darauf, Pogacar und andere Profis zu bestrafen, das Reglement hätte eine Disqualifikation hergegeben. Blechen musste Pogacar dennoch: Für Müllentsorgung außerhalb der vorgesehenen Zonen wurde er mit einer Buße von 500 Schweizer Franken (542 Euro) belegt - der bestbezahlte Radsportler der Welt konnte das verschmerzen.
