Der Slopestyle-Bewerb war wetterbedingt um einen Tag verschoben worden. Anna Gasser hatte im Vorfeld auf günstige Windverhältnisse und ausreichend Tempo gehofft – Faktoren, die für sie aufgrund ihrer körperlichen Voraussetzungen besonders wichtig sind. Diese Bedingungen stellten sich jedoch nicht ein. Viele Fahrerinnen hatten Schwierigkeiten, ausreichend Geschwindigkeit für die drei Kicker aufzubauen.
Im ersten Durchgang erhielt Gasser 46,95 Punkte, konnte ihre anspruchsvollen Tricks jedoch nicht wie geplant zeigen. Im zweiten Lauf unterlief ihr nach solidem Beginn auf den Rails beim zweiten Kicker ein Fehler bei der Rotation. Als Siebente startete sie in den entscheidenden dritten Versuch, erhöhte das Risiko, kam aber erneut bei der zweiten Schanze zu Sturz.
Schwierige Bedingungen, erfüllter Traum
"Natürlich hätte ich gerne mit einem schönen Run aufgehört, aber ich habe mir schwergetan", sagte Gasser im ORF-Interview. Die Trainingsbedingungen seien schwierig gewesen, insbesondere durch Gegenwind. "Für mich war der Kurs sehr schwer zu fahren."
Trotz des verpassten Podestplatzes blickte Gasser nüchtern auf ihre Karriere. Die bereits gewonnenen zwei Goldmedaillen hätten für sie nun noch größeren Wert, da sie wisse, wie viele Faktoren bei einem Olympiasieg zusammenpassen müssen. "Ich habe meinen Traum schon erfüllt", erklärte sie, auch wenn es sie etwas ärgere, den geplanten Lauf nicht gezeigt haben zu können.
Ob es Anna Gassers letzter großer Wettkampf war, ließ die 34-Jährige offen. Die zweifache Olympiasiegerin im Big Air (2018, 2022) hatte stets betont, auch im Slopestyle eine olympische Medaille gewinnen zu wollen. Ihr bestes Resultat in dieser Disziplin bei Winterspielen bleibt Rang sechs aus dem Jahr 2022. Im Big Air hatte sie in Italien Platz acht belegt.
