Verrückt - und verdammt erfolgreich. Mit 15 Weltcupsiegen ist Domen hinter Nika (26) und Peter (24) nur die Nummer drei der Familie, immerhin klar vor Cene (0). Doch in diesem Winter ist er drauf und dran, die Hackordnung im Hause Prevc auf den Kopf zu stellen. Fünfmal in Folge gewann er zuletzt, ehe er im letzten Wettkampf vor der Tournee "nur" Zweiter wurde und den Weltcuprekord verpasste. Topfavorit auf den Goldadler? Klar, Domen Prevc.
Es wäre ein Novum in mehr als 70 Jahren Tournee-Geschichte: Kein Brüderpaar findet sich unter den 52 verschiedenen Gewinnern. Peter Prevc gewann 2015/16, in der Saison also, in der Domen als 16-Jähriger wie ein Naturereignis in die Weltspitze flog. Das Foto von seinem ersten Podestplatz am 19. Dezember 2015 könnte er sich einrahmen: Gewinner wurde Bruder Peter, Dritter ein gewisser Noriaki Kasai.
Prevc schafft endlich den Durchbruch
In den Jahren danach fehlte dem tollkühnen Luftartisten aber stets die Konstanz, um den Tourneesieg anzugreifen - das ist nach einem bislang traumhaften Jahr 2025 mit WM-Gold, Flug-Weltrekord und Weltcupsiegen in Serie nun anders. "Es ist schwer zu beschreiben, wie zufrieden ich mit den Ergebnissen bin. Alles hat perfekt gepasst", sagte der 26-Jährige über die letzten Monate.
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Vor allem der Weltrekord, jener fabulöse Flug auf 254,5 m vor "seinen" Fans in Planica, hat Domen in der Heimat populär gemacht. Seit dem Sommer erinnert an der Stelle seiner Landung eine hölzerne Statue an jenen Tag. Auch wegen dieser Bestmarke landete Domen bei der Wahl zu Sloweniens Sportler des Jahres 2025 auf Rang zwei - hinter Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar, aber vor Basketball-Star Luka Doncic.
Sportlerwahl als Motivation
"Das hat mich absolut motiviert und mir das Gefühl gegeben, dass ich auf dem richtigen Weg bin", sagte Prevc. Schwester Nika, die mit 236,0 m den Frauen-Weltrekord hält, wurde bei der Wahl ebenfalls Zweite. Kleine Randnotiz: Peter Prevc landete von 2013 bis 2016 viermal in Folge auf Rang eins.
Doch nun ist Zeit für Domen. In neun der elf Saisonspringen stand er auf dem Podest - sogar, als er in Falun nach einem Trainingssturz mit Pflastern und Schrammen im Gesicht antrat. "Das sind die üblichen Kriegsverletzungen", sagte er nach seinem dritten Platz. So schnell lässt sich ein Domen Prevc eben nicht aufhalten.
