Fabio Gstrein sieht Slalom-Silber als "Belohnung für alle"

Fabio Gstrein holt überraschend Silber im Slalom
Fabio Gstrein holt überraschend Silber im SlalomČTK / AP / Rebecca Blackwell

Fabio Gstrein hat Österreichs alpinen Herren im letzten Bewerb der Spiele 2026 die erste Einzelmedaille beschert. Der Tiroler gewann im Slalom von Bormio Silber und musste sich nur dem Schweizer Loic Meillard um 0,35 Sekunden geschlagen geben. Bronze sicherte sich nach einer starken Aufholjagd Henrik Kristoffersen (+1,13).

Nach Silber in der Teamkombi brachte Fabio Gstrein dem ÖSV-Team damit auch im Einzel ein Erfolgserlebnis. Seit Vancouver 2010 stand nun bei jedem Olympia-Slalom ein Österreicher auf dem Podest. "Wenn alles zusammenpasst, kann ich vorne mitfahren", sagte Gstrein im ORF-Interview. Die Medaille sei auch ein Verdienst seines Umfelds: "Die Medaille ist nicht nur eine Belohnung für mich, sondern für alle, die hinter mir stehen. Man braucht auch die Unterstützung von der Familie und den Fans."

Der 28-Jährige zeigte bei seinem Einzel-Debüt Nervenstärke. Nach Rang drei im ersten Durchgang – hinter Meillard und Atle Lie McGrath – blieb er auch im Finale stabil. Henrik Kristoffersen hatte als Halbzeit-Sechster mit Bestzeit vorgelegt, doch Gstrein konterte mit einem nahezu fehlerfreien Lauf und setzte sich vor den Norweger. Loic Meillard ließ sich jedoch nicht mehr verdrängen und sicherte sich Gold. McGrath schied im zweiten Lauf aus.

Meillard macht Medaillensatz perfekt

Meillard vollendete damit seinen Medaillensatz in Bormio und sprach von einem "verrückten" Erfolg. Zuvor gewann er in Bormio bereits Silber in der Teamkombi und Bronze im Riesentorlauf.

Kristoffersen zeigte sich mit Bronze zufrieden, obwohl er nicht sein bestes Gefühl hatte, und gratulierte Gstrein ausdrücklich.

Feller scheidet aus, Schwarz und Matt in den Top-10

Auch Marco Schwarz und Michael Matt präsentierten sich verbessert, blieben aber ohne Medaille. Matt wurde Achter (+2,14), Schwarz Zehnter (+2,18). "Eine meiner besseren Slalomleistungen in dieser Saison", meinte Schwarz, für ganz vorne habe es jedoch ein "großes Wunder" gebraucht. Matt sprach von einem soliden, aber fehlerhaften zweiten Lauf.

Für Manuel Feller endete der Bewerb frühzeitig. Nach einem Torfehler im ersten Durchgang war sein Rennen beendet. Die schwierigen Sicht- und Pistenverhältnisse hätten eine Rolle gespielt, erklärte der Tiroler.