Die Männerabfahrt bildete gleich zu Beginn der Spiele einen der zentralen Bewerbe. Die Pista Stelvio präsentierte sich bei guten äußeren Bedingungen in anspruchsvollem Zustand und verlangte den Athleten technisch wie fahrerisch alles ab. Bereits vor dem Rennen wurde klar, dass nur eine fehlerfreie und mutige Fahrt den Ausschlag geben würde.
Hemetsberger mit beherztem Auftritt
Daniel Hemetsberger eröffnete das Rennen mit Startnummer eins. Trotz sichtbarer Spuren eines Trainingssturzes zeigte er eine engagierte Fahrt und setzte zunächst die Richtmarke. "Ich hätte gerne eine Medaille gehabt, aber man muss realistisch sein. Nach dem, was die letzten Tage passiert ist, muss ich froh sein, dass ich fahren konnte", sagte Hemetsberger, der schlussendlich auf Platz sieben (+0,97) landete, später. Die körperlichen Nachwirkungen hätten ihn noch eingeschränkt, dennoch habe er alles versucht.
Zunächst verdrängte der Schweizer Alexis Monney Hemetsberger von der Spitze, kurz darauf unterbot Marco Odermatt diese Zeit knapp. Danach setzte Franjo von Allmen eine neue Bestmarke: Mit hohem Tempo, weiten Sprüngen und sauberer Linie übernahm er klar die Führung und ließ der Konkurrenz keine Chance.

Kriechmayr knapp an Bronze vorbei
Vincent Kriechmayr konnte im oberen Streckenteil gut mithalten, verlor jedoch im unteren Abschnitt entscheidende Zeit und wurde Sechster (+0,77). „In der Traverse habe ich viel liegen gelassen“, analysierte er im Ziel. Insgesamt sei die Fahrt solide gewesen, für eine Medaille habe es aber nicht gereicht.
Giovanni Franzoni rückte dem Sieger bis auf zwei Zehntelsekunden nahe, ehe Dominik Paris mit einer starken Schlussfahrt noch Odermatt vom Podest verdrängte. Für die ÖSV-Abfahrer endete der erste Medaillenbewerb der Spiele damit ohne Edelmetall.
Raphael Haaser wurde 15., Stefan Babinsky belegte Platz 26. Aus deutscher Sicht landete mit Simon Jocher der einzige Teilnehmer auf Rang 21.
