Feller nach erlösendem Kitz-Sieg: "Habe lange davon geträumt"

Manuel Feller durfte endlich die goldene Gams in die Höhe strecken
Manuel Feller durfte endlich die goldene Gams in die Höhe streckenANNA SZILAGYI / EPA / Profimedia

Manuel Feller hat sich in Kitzbühel endlich für seine Geduld belohnt. Beim elften Start im Slalom auf dem Ganslernhang feierte der 33-jährige Tiroler nicht nur sein erstes Podest, sondern gleich den lang ersehnten Sieg beim Klassiker. Mit einer starken zweiten Fahrt verbesserte er sich von Rang vier noch an die Spitze und gewann 0,35 Sekunden vor dem Halbzeitführenden Loïc Meillard aus der Schweiz. Platz drei ging an den Deutschen Linus Straßer.

ÖSV-Slalomass Manuel Feller hatte in Kitzbühel lange mit seinem Heimrennen gehadert. Nach einem Ausfall in aussichtsreicher Position 2023 und Rang vier im Vorjahr gelang ihm nun der Befreiungsschlag. Es war der erste österreichische Slalom-Sieg in Kitzbühel seit Marcel Hirscher 2017 – und zugleich der erste Podestplatz der ÖSV-Slalomfahrer in dieser Saison.

Mit Tränen in den Augen gewährte er im Interview mit dem ORF einen Einblick in seine Gefühlswelt: "Momentan ist es schwierig, den Sieg in Worte zu fassen. Ich habe oft davon geträumt. Ich war ein paar Mal in einer guten Position, habe aber vielleicht die Nerven nicht gehabt. Heute hat es einfach funktioniert. Schöner kann es nicht sein. Definitiv eine Versöhnung mit dem Berg."

Feller erklärte nach dem Rennen, dass er bewusst auf eine kontrollierte, aber dennoch offensive Linie gesetzt habe: "Schon im ersten Durchgang habe ich gesagt, ich bin solide Ski gefahren. Das habe ich im zweiten Durchgang auch gemacht. Ich habe schon versucht, die Schwünge immer schnell zu machen und gleich frei zu geben, aber nicht sinnlos zu riskieren. Das ist auf diesem Hang eine sehr gute Taktik.“ Mit dieser Taktik sicherte er sich seinen siebenten Weltcupsieg.

Spannung bis zum bis zum Schluss

Nach dem ersten Durchgang hatte sich Feller mit Platz vier eine gute Ausgangsposition erarbeitet. Im Finale setzte er eine Zeit, die sich als Maß der Dinge erwies. Zunächst musste Henrik Kristoffersen, zweifacher Kitz-Sieger, seine Podesthoffnungen begraben, danach blieb auch Eduard Hallberg hinter Feller zurück.

 

 

Für Hochspannung sorgte schließlich Loïc Meillard. Der Schweizer lag bis zur Rennmitte klar voran, verlor jedoch im unteren Teil deutlich an Zeit. Damit setzte sich erneut ein Trend fort: Nur selten gelingt es dem Halbzeitführenden, in Kitzbühel auch zu gewinnen. Meillard zeigte sich fair und gratulierte Feller zu dessen starkem Auftritt.

Auch Linus Straßer war mit Rang drei sehr zufrieden und freute sich über sein erstes Podest der Saison – noch dazu auf einer der prestigeträchtigsten Pisten im Weltcup.

"Den ersten Podestplatz in dieser Saison in Kitzbühel einzufahren, ist etwas ganz Besonderes. Letztendlich war ich schon in den letzten Trainings und in den letzten Wochen sehr, sehr gut unterwegs", sagte der 33-jährige Deutsche.

Gstrein mit Laufbestzeit, ÖSV-Team durchschnittlich

Aus österreichischer Sicht sorgte Fabio Gstrein im zweiten Durchgang für ein Ausrufezeichen. Der Tiroler fuhr die schnellste Zeit im Finale und verbesserte sich von Rang 22 noch auf Platz elf. Weitere ÖSV-Läufer zeigten durchwachsene Leistungen: Johannes Strolz fiel auf Rang 15 (+1,64) zurück, Joshua Sturm machte einige Plätze gut (19. / +2,06).

Marco Schwarz und Dominik Raschner schieden im zweiten Lauf aus, während Michael Matt die Qualifikation für den zweiten Durchgang verpasste.