Franzoni feiert sensationellen Sieg auf der Streif, Debakel für ÖSV

Der Italiener Giovanni Franzoni kurz vor der Traverse
Der Italiener Giovanni Franzoni kurz vor der TraverseAction Press / Shutterstock Editorial / Profimedia

Giovanni Franzoni hat mit seinem Triumph in der Abfahrt von Kitzbühel den endgültigen Durchbruch an der Weltspitze geschafft. Der 24-jährige Italiener gewann auf der legendären Streif in einem extrem engen Rennen mit nur 0,07 Sekunden Vorsprung vor Marco Odermatt. Für eine weitere Überraschung sorgte Maxence Muzaton, der als Dritter erstmals in einer Weltcup-Abfahrt auf dem Podest stand. Für die Österreicher verlief der Klassiker hingegen historisch enttäuschend: Kein Athlet schaffte es in die Top Ten.

Italiens Youngster Giovanni Franzoni bestätigte seine starke Form aus den Trainings und zeigte schon mit Startnummer zwei eine Fahrt, an der sich die Konkurrenz die Zähne ausbiss. Besonders im unteren Streckenabschnitt fand er eine Linie, die niemand sonst in dieser Perfektion traf. Damit feierte er ausgerechnet in Kitzbühel seinen ersten Abfahrtssieg und nach dem Erfolg im Super-G von Wengen bereits seinen zweiten Weltcup-Triumph innerhalb einer Woche.

Der Italiener zeigte sich nach dem Rennen überwältigt und erinnerte emotional an seinen ehemaligen Zimmerkollegen Matteo Franzoso, der im Sommer bei einem Trainingsunfall ums Leben gekommen war.

"Ich habe mir gesagt, dass ich für ihn schnell fahre. Und es ist aufgegangen. Ich wäre so gerne hier mit ihm. Aber es ist, wie es ist. Ich weiß, dass er so stolz auf mich wäre. Ich zittere gerade. Ich hätte ihn gerne bei mir", so der Streif-Sieger 2026.

 

Franzoni siegte dank einer fehlerfreien Fahrt
Franzoni siegte dank einer fehlerfreien FahrtJoe Klamar / AFP / AFP / Profimedia

 

Odermatt verliert Hundertstelkrimi

Marco Odermatt lieferte dem Sieger einen packenden Kampf. Über weite Strecken lagen beide nahezu gleichauf, doch am Ende fehlten dem Schweizer sieben Hundertstel auf seinen ersten Abfahrtssieg in Kitzbühel.

Trotz seines 100. Weltcup-Podestplatzes überwog bei Odermatt die Enttäuschung: "Für mich gab es heute nur eins, und das war der Sieg. Alles andere, das wusste ich im vorhinein, wird eine Enttäuschung sein. Und dann ist der Zweier natürlich nicht das, was man sehen will."

 

Odermatt war enttäuscht
Odermatt war enttäuschtAction Press / Shutterstock Editorial / Profimedia

 

Kurz vor Rennende brachte der Franzose Maxence Muzaton noch einmal Spannung ins Geschehen. Der Franzose lag zwischenzeitlich sogar klar vor Franzoni, verlor im unteren Teil jedoch Zeit. Rang drei (+0,39) bedeutete dennoch den größten Erfolg seiner Karriere in einer Abfahrt.

ÖSV erleidet historisches Debakel

Für die österreichischen Abfahrer wurde der Klassiker zum Tiefpunkt. Vincent Kriechmayr belegte als bester ÖSV-Läufer nur Rang zwölf (+1,48) und konnte nicht in den Kampf um Spitzenplätze eingreifen. Raphael Haaser landete gar nur auf Platz 25 (+1,69), Daniel Hemetsberger schied trotz guter Zwischenzeiten aus. Damit stellte Österreich in Kitzbühel sein schwächstes Abfahrtsresultat in der Weltcup-Geschichte auf.

Kriechmayr sprach nach dem Rennen von mehreren kleinen Fehlern: "Ein paar Kleinigkeiten waren das Problem, Traverse rein bin ich ein bisschen zu taktisch gefahren. Die Steilhangausfahrt bin ich auch zu taktisch gefahren, da wollte ich ein bisschen Geschwindigkeit mitnehmen. Überall war es ein bisschen was. Es ist sehr schade, ich habe mir schon mehr vorgenommen."