"Die letzten Wochen waren wirklich sehr belastend für alle", sagte Geschäftsführer Viktor Szilagyi nach einem Saisonfinale, das den ganzen Schlamassel noch auf die Spitze trieb. Durch die 31:34-Heimniederlage gegen den TBV Lemgo zerplatzte auch die letzte leise Hoffnung auf Europa.
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Und weil das Unvorstellbare plötzlich Wirklichkeit ist und die internationalen Wettbewerbe in der kommenden Saison erstmals nach 33 Jahren ohne den Rekordmeister stattfinden, dürfte es für die Verantwortlichen allmählich ungemütlich, allen voran Trainer Filip Jicha.

"Hier geht es nicht um Filip Jicha oder um Viktor Szilagyi oder um Einzelne. Es geht darum, dass wir wieder in die Spur kommen und diesen Restart, der ja länger schon geplant war, ab Sommer setzen können", sagte Szilagyi. Man werde die abgelaufene Saison "sehr intensiv aufarbeiten".
"Werden mit einer neuen Mannschaft angreifen"
Allein die vergangene Woche wirft Fragen auf. Nach dem dramatisch verlorenen Endspiel der European League gegen den Liga-Konkurrenten MT Melsungen (23:24) hatten die Zebras noch alle Chancen auf Platz fünf, stattdessen verloren sie binnen vier Tagen bei Absteiger GWD Minden (30:34) und nun gegen Lemgo.
"Es tut uns extrem weh. Wir sind alle enttäuscht und traurig", rief Duvnjak den Fans tieftraurig übers Hallenmikrofon zu: "Ich hoffe, dass es nächste Saison besser wird. Wir werden mit einer neuen Mannschaft angreifen."
Die Star-Zugänge Julian Köster (VfL Gummersbach) und Domen Makuc (FC Barcelona) dürften Kiel ab Sommer sicherlich auf ein neues Level hieven, der Weg zurück an die Spitze ist aber steinig. Mindestens der SC Magdeburg und die Füchse Berlin scheinen aktuell ein Stück weit enteilt. Auch von Flensburg (neun Punkte) und Gummersbach (acht) sieht man aktuell nur die Rücklichter.
"Wir haben einige Weichen schon gestellt und werde einige stellen, dass wir wieder um die internationalen Plätze, im Idealfall um die Champions-League-Plätze, mitkämpfen", sagt Szilagyi wohlwissend, dass der THW die Königsklasse nun schon drei Mal hintereinander verpasst hat.
Ungewohnte Heimschwäche
Die Zahlen des Grauens der abgelaufenen Saison lassen sich ohne Probleme erweitern: So blieben die Kieler in den letzten vier Liga-Spielen in der Ostseehalle, jener Arena also, die jahrzehntelang als Festung galt, ohne Sieg. Zudem brachten sie es fertig, die Hälfte ihrer Ligaspiele nicht zu gewinnen. Auch das war zuletzt vor 33 Jahren der Fall.
"Es tut extrem weh, dem Gegner wiederholt beim Feiern zusehen zu müssen", sagte Szilagyi und versprach, in der kommenden Saison "wieder mit Vollgas angreifen" zu wollen. Mit welchem Personal das sein wird, ist in der aktuellen Situation nicht abzusehen.
