Mit großer Euphorie, Enthusiasmus und ehrgeizigen Zielen nimmt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo in Angriff - und hofft im Medaillenrennen auf einen Blitzstart. Schon am Samstag, dem ersten Wettkampftag, soll nach Möglichkeit der Knoten platzen. "Das wäre für das gesamte Team D gut und würde die ohnehin gute Stimmung vielleicht noch ein bisschen toppen", sagte Tabor.
Zwingend notwendig sei ein derart früher Erfolg, für den vor allem die Skispringerinnen infrage kommen, für die Bewertung der Spiele aber nicht. Abgerechnet werde am Ende, eine konkrete Medaillenvorgabe gibt es nicht. Wenn am 22. Februar in Norditalien die Flamme erlischt, soll das größte deutsche Team der Wintersport-Geschichte - 85 Frauen und 98 Männer - aber für ein ähnlich gutes Ergebnis wie vor vier Jahren in Peking gesorgt haben.
Ziel ist die Top 3
2022 hatte das Team D 27 Medaillen gewonnen - zwölf Mal Gold, zehn Mal Silber und fünf Mal Bronze. Hinter Norwegen bedeutete das Platz zwei im Medaillenspiegel. "Wir sind eine Wintersportnation, wir wollen aufs Stockerl, wir wollen unter die besten drei Nationen", sagte Tabor: "Wir wissen aber, dass es immer schwieriger wird, diese Top-Position in der Welt zu bekommen und zu halten." Es werde "ganz sicher" einen "ganz harten Kampf" mit anderen Top-Nationen geben.
Eine Einschätzung, die in der Politik geteilt wird. Man gehöre im Wintersport zu den besten der Welt, sagte Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, der Süddeutschen Zeitung: "Aber es ist auch klar, dass die Konkurrenz nicht schläft."
Zumindest die Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Abschneiden sind geschaffen. "Die ersten Eindrücke von den Sportstätten sind überall positiv", sagte Tabor, der ausdrücklich den viel diskutierten Eiskanal in Cortina lobend erwähnte. Dieser würde "unseren Kufensportlern ein Lächeln ins Gesicht" zaubern.
Fahnenträger stehen
Zufrieden sind auch die Athletinnen und Athleten. "Das Olympische Dorf ist gut organisiert, es ist ein bisschen kleiner als davor, aber es ist alles da, was man braucht", berichtete Eisschnellläufer Patrick Beckert, der aus vier Olympiateilnahmen reichlich Vergleichswerte hat: "Das Essen ist gut, die Zimmer sind groß genug, man findet sich sehr gut zurecht und fühlt sich wohl, was sehr, sehr wichtig ist."
Zu seinen Nachbarn im Mailänder Athletendorf zählen zeitnah auch die Eishockey-Profis um Leon Draisaitl. Keine 48 Stunden nach dem NHL-Gastspiel seiner der Edmonton Oilers in Calgary wird der Torjäger als deutscher Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier (20.00 Uhr/ARD und Eurosport) seinen ersten großen Auftritt in Mailand haben. Katharina Schmid wird bei der Eröffnungsfeier am Standort Predazzo die Führung übernehmen.
Mit der Resonanz auf die öffentliche Wahl zeigte sich Tabor zufrieden. "Die Wahlbeteiligung war noch einmal höher als in Peking. Wer es auch immer sein wird – es wird ein würdiges Duo sein", sagte Tabor. Vor vier Jahren hatten 120.000 Menschen abgestimmt, jetzt ist die Begeisterung noch größer - auch vor Ort beim Team D.
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