Als die deutschen Basketballer in den Flieger nach Zypern stiegen, durften die Europameister schon nach Hause. Isaac Bonga, Justus Hollatz und Oscar da Silva brauchen "ihre kleine Pause", sagte Bundestrainer Àlex Mumbrú vor der Reise zum zweiten WM-Qualifikationsspiel auf die Mittelmeerinsel. Nach dem gelungenen Auftakt kann sich der Spanier jedoch sicher sein, dass auch der zweite und dritte Anzug ausgezeichnet passen.
"Wir werden ein paar Veränderungen sehen", hatte Mumbrú bereits am Freitag nach dem 89:69 (50:31)-Sieg in Neu-Ulm gegen Israel bei MagentaSport gesagt, ehe die Deutschen am Montag (18.00 Uhr/MagentaSport) in Limassol sofort nachlegen wollen. Da Silva, Hollatz (beide Bayern München) und Bonga (Partizan Belgrad) sollen kurz durchschnaufen, bevor sie am Donnerstag in der EuroLeague mit ihren Klubs direkt aufeinandertreffen.
NBA-Stars werden nicht abgestellt
Auf Zypern wird das Team von Weltmeister David Krämer angeführt, der schon mit 13 Punkten gegen Israel neben Topscorer da Silva (19 Zähler), Bonga und Hollatz geglänzt hatte. Hinzu kommen Nelson Weidemann sowie die möglichen Debütanten Collin Welp, Sohn des verstorbenen 1993er-Europameisters Christian Welp, und Till Pape. Die drei Profis hatten ursprünglich zum erweiterten 16er-Kader gehört, waren von Mumbrú für das Israel-Spiel jedoch nicht berücksichtigt worden.
Auch ohne die drei EM-Helden und die NBA-Stars um Dennis Schröder, die während der laufenden Saison der weltbesten Liga nicht abgestellt werden, ist ein Sieg beim Underdog fest eingeplant. In der starken Gruppe E, in der neben Israel und Zypern noch Kroatien wartet, zählt jeder Korb. Zwar rücken die besten drei Teams in die nächste Qualifikationsrunde für die Weltmeisterschaft 2027 in Katar vor, die Resultate werden jedoch mitgenommen.
Da Silva: "Spielkonzept von Mumbru ist jetzt auch keine Raketenwissenschaft"
Entsprechend wichtig ist die Tiefe des deutschen Kaders. Schon gegen Israel bewiesen Spieler wie Jack Kayil (Alba Berlin) oder Joshua Obiesie (Löwen Braunschweig), wie schnell sie sich an den Spielstil des Welt- und Europameisters gewöhnen können. "Jeder hat so ein bisschen EM geguckt. Da war es dann leichter, in das System reinzukommen", verriet Obiesie, während da Silva anfügte: "Das Spielkonzept von Mumbrú ist jetzt auch keine Raketenwissenschaft. Wir wollen halt schnell spielen."
Der Bundestrainer selbst, der nach der EM wegen seiner Pankreatitis fünf Wochen lang im Krankenhaus gelegen und 20 Kilo Körpergewicht verloren hatte, zeigte sich nach seiner Rückkehr an die Seitenlinie derweil gelöst. "Ich fühle mich wieder wie ein Coach. Ich bin glücklich", freute sich Mumbrú auf der Pressekonferenz in Ulm – dann ergriff Krämer das Wort und setzte den Erfolg gegen Israel ins Verhältnis: "Es ist ein größerer Sieg, dass du wieder an der Seitenlinie stehst." Auf Zypern soll nun der nächste folgen.
