Vor allem in der ersten Halbzeit hielt Österreich in Nürnberg gut mit, konnte Ballgewinne jedoch nicht effizient nutzen. "Wir haben es aber nicht geschafft, gute Umschaltsituationen zu Ende zu spielen", erklärte Teamchef Alexander Schriebl. Auch Kapitänin Sarah Puntigam sah Defizite im Ballbesitz: "Wir waren nicht gut genug, wenn wir den Ball erobert haben."
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Trotz phasenweise ansehnlicher Leistung sind die bisherigen Ergebnisse der WM-Qualifikation für Österreich nicht zufriedenstellend. Nach dem durchaus positiven 0:0-Unentschieden gegen Norwegen zum Quali-Auftakt, setzte es ein 0:1-Niederlage in Slowenien - inklusive erschreckend schwacher Leistung. Dass gegen Deutschland eher nichts zu holen sein würde, war im Vorfeld allen Beteiligten bewusst. Dass es dann abermals in einer sehr hohen Pleite mit fünf Gegentoren endet, stimmt dennoch nachdenklich.
Klar, die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle von Schlüsselspielerinnen wie Sarah Zadrazil, Manuela Zinsberger, Marie-Therese Höbinger, Katharina Naschenweng und Lilli Purtscheller sind in einem kleinen Frauenfußballland wie Österreich kaum zu kompensieren. Die Schwächen in allen Phasen des Spiels sind jedoch unübersehbar, eine sicht- und spürbare Weiterentwicklung sucht man seit rund zwei Jahren vergebens.

Strukturverlust nach Rückstand
Nach dem 0:2 verlor das Team zunehmend die Ordnung. "In der zweiten Hälfte haben wir ein bisschen die Struktur verloren", sagte Eileen Campbell. Torfrau Mariella El Sherif ergänzte: "Gegen ein Topteam wird jeder kleine Fehler bestraft. Wir haben gute Trainingseinheiten absolviert, haben eine gute Stimmung im Team erzeugt. Die 1:5-Niederlage tut weh und gilt es aufzuarbeiten, um es am Samstag in Ried besser zu machen."
Trotz des klaren Ergebnisses wollte Schriebl die Leistung differenziert betrachten: "Wenn du 1:2 verlierst, kriegst du auch null Punkte." Positiv hob Schriebl unter anderem das erste Länderspieltor von Chiara D’Angelo hervor. Die Bremen-Legionärin möchte auf den guten Momenten aufbauen: "Es war heute nicht alles schlecht. Wir haben von den Ansätzen her einen guten Plan gehabt. Gerade in den Umschaltsituationen war einiges möglich."
Blick nach vorne
Neben D'Angelos Treffer gab es auch personelle Lichtblicke durch Debüts junger Spielerinnen. Schriebl sieht darin einen wichtigen Schritt für die Zukunft. Für das Rückspiel gegen Deutschland fordert das Team eine Leistungssteigerung. "Da wollen wir es besser machen", sagte Puntigam. Das wird auch dringend notwendig sein, denn spätestens in den Rückspielen gegen Slowenien und Norwegen sind die ÖFB-Frauen zum Siegen gezwungen, wenn man die, jetzt schon nur mehr kleine verbleibende, WM-Chance am Leben halten will.
