Neulengbach befindet sich nach einem großen Umbruch mitten in einer sportlichen Neuaufstellung. Viele junge Spielerinnen, zahlreiche Debütantinnen in der ADMIRAL Frauen Bundesliga und veränderte Strukturen prägen die aktuelle Saison. Im Interview erklärt sportliche Leiterin Maria Wolf, wie das Team den bisherigen Verlauf erlebt hat, welche Schritte abseits des Platzes gesetzt wurden und welche Erwartungen sie in das letzte Spiel vor der Winterpause und das Frühjahr richtet.
Mit welchem Gefühl und welchen Zielen seid ihr in die Saison gestartet?
Neulengbach hat im Sommer einen großen Umbruch erlebt. Die aktuelle Platzierung ist keine Überraschung für mich. Wir setzen auf junge, talentierte Spielerinnen, viele davon haben noch keine Bundesliga-Erfahrung oder waren in ihren vorherigen Vereinen oft in der zweiten Reihe. Diese junge Mannschaft zeigt verständlicherweise Schwankungen in ihren Leistungen. Wir hatten elf Bundesliga-Debütantinnen.
Genau deswegen ist unser Trainer Andreas Ogris der Richtige. Er hat keine Angst, die jungen Spielerinnen ins kalte Wasser zu schmeißen, sie ihre Erfahrungen sammeln zu lassen und ihnen viel zuzutrauen. Das Trainerteam hat diese Schwankungen erwartet. Wir sind uns bewusst, dass dies ein Prozess ist, der Zeit braucht, und diese Zeit wird allen gegeben. Wichtig ist, dass die Stimmung im Verein und im Team gut bleibt, jeder motiviert ist, sich weiterzuentwickeln und hart an sich zu arbeiten. Ich bin mit den Fortschritten zufrieden und hoffe, dass sich der positive Trend im Frühjahr fortsetzt.
Wie habt ihr die bisherigen Spiele erlebt?
Die bisherigen Spiele waren von einem großen Auf und Ab geprägt. Wir haben viel Positives gesehen, aber auch Bereiche, die dringend verbessert werden müssen. Wie erwähnt, war uns bewusst, dass es Zeit braucht, um eine konkurrenzfähige Mannschaft zu formen, und wir haben die erwarteten Schwankungen in den Leistungen in Kauf genommen. Es gibt definitiv Spiele, in denen wir sehr wichtige Punkte unnötig liegen gelassen haben. Insgesamt sind wir jedoch mit dem Verlauf zufrieden.
Bei euch hat sich zum Saisonstart auch abseits des Spielfeldes einiges getan, etwa mit Cheyenne Ochsenknecht als Präsidentin und dem Plan, Frauenfußball „neu“ zu denken. Wie läuft es hier mittlerweile? Was hat sich hier in den vergangenen Monaten getan?
In den letzten Monaten lag unser Fokus klar auf der Verbesserung der Strukturen rund um das Team. Wir haben zwei engagierte Sporttherapeuten/Physiotherapeuten in der medizinischen Abteilung, die täglich anwesend sind, sowie zwei Torfrauentrainer. Für die Future League konnten wir Jelena Vujic als talentierte Trainerin gewinnen. Diese Dinge scheinen oft selbstverständlich, aber vieles war in der Form vorher nicht vorhanden.
Diese Verbesserungen tragen entscheidend zur Entwicklung des Teams bei. Wir sind uns bewusst, dass all dies Zeit und Geld erfordert. Im Januar gehen wir in die nächste Phase unseres Plans, und unser Ziel ist es, am Ende der Saison vor allem Stabilität, klare Strukturen und ein deutlich erkennbares Konzept im Verein zu schaffen. Auch hier gilt, dass alle Prozesse ihre Zeit brauchen. Im Hintergrund wird intensiv gearbeitet, viele Aktivitäten werden aktuell noch ehrenamtlich geleistet. Auf diesem Wege möchte ich mich auch bei allen ehrenamtlich Engagierten sehr herzlich bedanken. Ohne sie wäre unser gemeinsames Ziel nicht erreichbar.
Was erwartet ihr vom letzten Spiel vor der Winterpause und darüber hinaus von der restlichen Saison?
Gegen St. Pölten haben wir nichts zu verlieren. Wir wollen im letzten Spiel alles investieren, um uns mit einem guten Gefühl von der Herbstsaison zu verabschieden. Besonders im athletisch-konditionellen Bereich haben wir Potenzial, das wir gezielt in der Winterpause und der Saisonvorbereitung ausschöpfen wollen. In der Frühjahrssaison geht es vor allem darum, die Mannschaft weiterzuentwickeln und gegen die Teams auf Augenhöhe die Spiele für uns zu entscheiden.
