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Nach Trennung von Bock: Lippmann sucht neuen Weg Richtung Olympia

Bock (l.) und Lippmann spielen nicht länger zusammen
Bock (l.) und Lippmann spielen nicht länger zusammenČTK / imago sportfotodienst / BEAUTIFUL SPORTS/Peter Weber

Louisa Lippmann hat Schluss gemacht. Deswegen musste die Beachvolleyballerin erst einmal weg, einfach mal "raus, einen klaren Kopf bekommen". Hund und Mann hat sie für das Wochenende selbstverständlich eingepackt, um "in der Natur einmal durchzuatmen". Weg vom Stress, weg von der Entscheidung, die das große Ziel maßgeblich beeinflussen könnte: Anderthalb Jahre arbeitete die Blockspielerin an der Seite von Linda Bock auf die Mission Olympia hin - jetzt hat sich das Duo getrennt, der gemeinsame Traum ist geplatzt.

"Am Ende war es mein Schritt und meine Entscheidung", sagte Lippmann im Gespräch mit dem SID. Und so schmerzhaft es auch gewesen sei, die Worte auszusprechen, die niemand hören will: "Aber auf sportlicher Ebene sehe ich gerade andere Wege für mich, die mehr Sinn ergeben." Ein Weg, den sie künftig ohne Bock, sondern mit Abwehrspielerin Melanie Paul (25) bestreiten wird. Beim Deutschen Volleyball-Verband (DVV) kommt es zum Partnertausch: Pauls frühere Partnerin Lea Kunst und Bock bilden künftig ein Team.

Denn für Lippmann, einst Unterschiedsspielerin in der Halle, besteht kein Zweifel daran, dass sie in zwei Jahren am Alamitos Beach in Kalifornien ihre zweiten Olympischen Spiele bestreiten will. Doch den großen Traum wähnte sie in Gefahr. War das Duo Lippmann/Bock im Vorjahr noch mit großen Zielen durchgestartet, stagnierte die Entwicklung in den letzten Monaten. Es war "der Wurm drin", fasste Lippmann knapp zusammen.

"Du lebst wie in einer Beziehung"

So stand die 31-Jährige plötzlich am Scheideweg. "Ob die Zeit, die wir jetzt noch haben", fragte sie sich, "auch die Zeit ist, die wir brauchen, um die nächsten Entwicklungsschritte zu machen?" Sie sei sich nicht mehr sicher gewesen. Ihres "schnelllebigen Business'" ist sich Lippmann, die selbst erst vor einigen Jahren den Schritt von Halle in den Sand machte, bestens bewusst. Dass der Profisport mit all seinen Entbehrungen manchmal harte Entscheidungen fordert, weiß sie auch.

Einfacher macht es das kaum. Es sei so "viel Herzblut" in das Projekt mit Bock geflossen, sagte Lippmann. Schließlich sei "Beachvolleyball wie eine Partnerschaft. Du bist nur zu zweit, du lebst wie in einer Beziehung." Dass die gemeinsame Zeit nun endet, schmerzt gewaltig - und eine Lösung für das Dilemma ist nicht in Sicht.

Vielleicht, überlegt Lippmann, "wäre es leichter, wenn man sich nicht so mögen würde, dann wäre es vielleicht egal. Aber dem war halt nicht so." Der persönliche Zwiespalt bleibt, und möglicherweise warten erneut ähnliche Hürden. Denn worauf wird es mit ihrer neuen Mitspielerin erstmal ankommen? Natürlich auf Beziehungsarbeit: "Die gemeinsame Sprache müssen wir erstmal finden."