Erst stauchte Philipp Raimund ein paar pöbelnde Fans zusammen, dann machte er die nächste Medaillenansage: Auch in der Schlussphase seines märchenhaften Olympia-Abenteuers hat der deutsche Skisprung-Goldheld nichts von seinem Feuer verloren.
Das mit Platz neun doch überraschend klar verpasste Einzel-Podest hatte Raimund zwar kurz "leicht gefrustet", nun soll es dann eben im Super Team mit Andreas Wellinger die Krönung dieser Winterspiele geben.
"Cool, dass der Welle dabei ist. Da werden wir voll angreifen", sagte Raimund mit Blitzen in den Augen vor der Premiere zum Abschluss am Montag (19 Uhr/ZDF und Eurosport).
Raimund hofft auf "normale" Bedingungen
Zum ersten Mal wird das Zweier-Mannschaftsspringen bei Olympia ausgetragen: "Wenn die Bedingungen und die Spur wieder normal sind, bin ich guter Dinge, dass es wieder läuft."
Bedingungen wie Spur waren am verregneten Samstagabend auf der Großschanze von Predazzo alles andere als normal. Raimund hatte fünf Tage nach dem Normalschanzen-Gold auf falsche Ski gesetzt, im Probedurchgang lief "es richtig scheiße".
Raimund musste das Material anpassen, erst im zweiten Durchgang klappte es nach Wunsch – der Medaillenzug war da schon abgefahren. Gold sicherte sich Top-Favorit Domen Prevc (Slowenien). Silber ging an den Japaner Ren Nikaido, über Bronze durfte sich der Pole Kacper Tomasiak freuen.

