"Müssen die Zeit gut nutzen": DSV-Adler suchen nach Tournee-Enttäuschung Lösungen

Felix Hoffmann beendete die Vierschanzentournee auf Rang sechs
Felix Hoffmann beendete die Vierschanzentournee auf Rang sechsČTK / imago sportfotodienst / Ulrich Wagner

Die deutschen Skispringer waren bei der Tournee wieder nur Nebendarsteller. Die Baustellen sind offensichtlich - und die Zeit bis Olympia drängt.

Als die Party von Domen Prevc noch in vollem Gange war, schlichen Felix Hoffmann und Philipp Raimund schwer angeschlagen zum Teamfahrzeug.

Der von Knieschmerzen geplagte Hoffmann und der kreidebleich schlotternde Raimund wollten nach dem durchwachsenen Abschluss ihrer kräftezehrenden Vierschanzentournee schnellstmöglich heim – und dringend Kraft tanken vor den nächsten entscheidenden Wochen mit Flug-WM und Olympia.

Horngacher zuversichtlich: "Auch in der Kürze kann man viel machen"

"Wir müssen die Zeit jetzt gut nutzen", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher, der eiligst nicht nur sein Topduo fitmachen, sondern grundlegende Großprobleme eines schwächelnden Kollektivs lösen muss: "Auch in der Kürze kann man viel machen. Das haben wir hier bei den Österreichern gesehen. Die hatten vor zwei Wochen große Probleme und waren bei der Tournee voll da. Im Skispringen ist das möglich."

Horngacher klang nach seiner letzten Tournee als deutscher Chefcoach trotzig-optimistisch. Jedoch: Der Abstand selbst der deutschen Topspringer zu Prevc und den starken Austria-Adlern mit dem Gesamtzweiten Jan Hörl und Stephan Embacher (3.) ist zweieinhalb Wochen vor den Skiflug-Weltmeisterschaften in Oberstdorf und einen Monat vor Olympia-Beginn groß.

"Man kann mit Imitationstraining und Krafttraining einiges machen und auch über das Material nachdenken", sagt Horngacher. Und überhaupt: "Wir waren ja bei der Tournee keine Favoriten. Mit der Stabilität, die Philipp und Felix gezeigt haben, bin ich sehr zufrieden. Sie haben keine großen Fehler gemacht."

Gesundheitliche Probleme

Nur: Das reicht dann eben auf Weltniveau nicht für ganz vorne. Sicher: Gesamtplatz sechs für Spätstarter Hoffmann ist eine Wucht. "Daran hätte ich vor ein, zwei Jahren sicher nicht gedacht", sagte der 28-Jährige. Und Raimund, vor der Tournee einigermaßen regelmäßig auf dem Podest, wurde mit Platz acht unter Wert geschlagen. "Es gab eben auch die Beeinträchtigung durch gesundheitliche Probleme bei beiden", sagte Horngacher: "Das haben wir aber nicht nach außen getragen."

Der Bundestrainer ist zuversichtlich, dass zumindest diese Probleme schnell beseitigt sind. Bei Hoffmann soll zeitnah ein MRT die vermutete schlichte Überlastung bestätigen. Bei Raimund besteht die Hoffnung, dass er sich nur eine hässliche Erkältung eingefangen hat – beide könnten ab Samstag im polnischen Zakopane wieder mitmischen.