Krieg in Nahost: Formel 1 sagt Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien ab

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Die Formel-1-Piloten waren für Tests bereits im Februar in Bahrain.
Die Formel-1-Piloten waren für Tests bereits im Februar in Bahrain.ČTK / imago sportfotodienst / Michael Potts

Die Formel 1 reagiert auf den Krieg im Nahen Osten und wird im kommenden Monat nicht nach Bahrain und Saudi-Arabien reisen. Das bedeutet für die Rennserie eine ungewöhnlich lange Pause.

Die Formel 1 hat auf den Krieg im Nahen Osten reagiert und sich für das Frühjahr eine lange Pause verordnet. Die Rennen in Bahrain und in Saudi-Arabien werden nicht wie geplant stattfinden, damit geht die Königsklasse im April überhaupt nicht an den Start. Das teilte die Rennserie im Rahmen des Großes Preises von China mit: Nach dem dritten Saisonrennen am 29. März in Japan gibt es eine fünfwöchige Pause, erst am 3. Mai geht es in Miami weiter.

Millioneneinbußen durch Absagen

"Das war eine Entscheidung, die getroffen werden musste, angesichts dessen, was gerade in dieser Region vor sich geht", sagte Formel-1-Chef Stefano Domenicali. Der Kalender schrumpft damit von 24 auf 22 WM-Läufe - auch wenn die Macher Nachholtermine später im Jahr nicht explizit ausschlossen. "Im April" werde es keinen Ersatz geben, hieß es in der Mitteilung. Man wolle unbedingt in die Region zurückkehren, "sobald die Umstände es erlauben", sagte Domenicali.

Allerdings sind mögliche Ersatztermine rar, freie Wochenenden gibt es 2026 wenige, eine Austragung im Sommer ist aufgrund der Hitze in der Golfregion praktisch ausgeschlossen. Und ohnehin dauert die reguläre Saison bereits bis Anfang Dezember.

Der Formel 1 und den Teams dürften durch die Absage mehr als 100 Millionen Euro entgehen, Bahrain und Saudi-Arabien sind die Standorte mit der höchsten Antrittsgage im Kalender. Die Rennställe können die ungeplante Pause aber in mehrfacher Hinsicht nutzen.

Zeit für Regel- und Fahrzeuganpassungen

Zum einen war die Winterpause die wohl kürzeste in der Geschichte der Königsklasse, angesichts des neuen Reglements begannen die Tests bereits im Januar. Die Formel 1 war 2026 für Probefahrten bereits in Barcelona und Bahrain sowie bei den Rennen in Australien und China. "Für das Rennteam ist das auch ein bisschen Luft, weil wir in Europa bleiben können", sagte nun Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei Sky.

Mit Blick auf die viel diskutierten neuen Antriebe, die fast die Hälfte der Leistung aus dem Elektromotor beziehen, könnte sich auch etwas tun. Bislang hat Mercedes einen recht klaren Vorsprung auf Ferrari, dahinter klafft eine noch größere Lücke. Weltmeister Lando Norris und McLaren und Max Verstappen und Red Bull enttäuschen bislang vollends, alle Teams haben nach dem Rennen in Japan nun viel Zeit, das komplizierte Energiemanagement im eigenen Antrieb besser zu verstehen.

Möglich ist aber auch, dass die Regeln angepasst werden - vielleicht schon vor dem kommenden Rennen in Japan. Weil der Akku während der Runde immer wieder aufgeladen werden muss, müssen die Fahrer ihren Stil bislang extrem anpassen, in eigentlich schnellen Passagen etwa vom Gas gehen.

Die Regelhüter könnten zur Lösung des Problems die Energiemenge, welche das Hybridsystem pro Runde abrufen kann, weiter begrenzen. Auch diese Idee ist allerdings umstritten. "Man könnte das machen", sagte etwa Verstappen, "aber dann werden wir natürlich insgesamt langsamer." Der April wird nun zumindest Zeit für eingehende Analysen bieten.