"Kimi, es ist soweit", titelte prompt die heimische Gazzetta dello Sport, nachdem sich Antonelli mit seinem dritten Platz im Nachtrennen in Stellung gebracht hatte. Sechs Rennen vor Saisonende beträgt der Vorsprung des Spitzenreiters komfortable 102 Punkte auf Teamkollege George Russell, 111 auf Rekordweltmeister Lewis Hamilton.
Verstappen, der mit seinem zweiten Sieg nacheinander seine aktuelle Dominanz unterstrich, fehlen gar 119 Zähler auf den "meilenweit" entfernten Leader. "Antonelli träumt den amerikanischen Traum", schrieb deshalb La Repubblica: "Auf nach Texas, Cowboy Kimi!"
Beim Grand Prix in Austin kann sich Antonelli im Alter von erst 20 Jahren seinen großen Traum erfüllen. Damit wäre er drei Jahre jünger als Vettel bei dessen erstem WM-Triumph 2010.
Die einfachste Titel-Rechnung: Antonelli gewinnt, Russell wird Neunter oder schlechter, Hamilton Fünfter oder schlechter. Aber auch wenn es Ende Oktober noch nicht klappen sollte - Zweifel am ersten italienischen Weltmeister seit Alberto Ascari vor 73 Jahren gibt es kaum mehr.
Wolff fordert Konzentration
"Wenn man sich die Zahlen ansieht und fragt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass er gewinnt, dann liegt sie bei fast 100 Prozent", sagte Mercedes-Boss Toto Wolff bei Sky: "Aber es ist Motorsport – man kann eine Panne haben, man kann Unfälle bauen, und dann könnte es langsam brenzlig werden."
Wolff mahnt daher zur Konzentration: "Wir müssen es Rennen für Rennen betrachten, sicherstellen, dass wir weiterhin Punkte holen, und hoffentlich wird es am Ende zu seinen Gunsten ausgehen."
Den Worten seines Chefs schloss sich Antonelli an. "Ich muss einfach sicherstellen, dass ich weiterhin mein Bestes gebe", sagte der Spitzenreiter, der langsam, aber sicher die neuen Updates an seinem Mercedes besser versteht. Wenn er seine Arbeit "nicht gut mache, wird das Ergebnis ausbleiben", ergänzte Antonelli: "Um also das zu erreichen, was ich mir vorgenommen habe, muss ich Leistung bringen. So einfach ist das."
In diesem Jahr gelang ihm das bislang bravourös. Mit fünf Rennsiegen in Serie legte Antonelli früh in seinem erst zweiten Jahr in der Königsklasse den Grundstein. Im Duell mit der immer stärker werdenden Konkurrenz sammelte er danach weiter fleißig Punkte, machte keine Fehler - und unterstrich mit grandiosen Fahrten wie bei seinem Heimsieg in Monza, dass er ein würdiger Weltmeister sein wird. Schon in Texas am 25. Oktober könnte es soweit sein.
