Für die beiden Mercedes-Piloten verlief die Session ernüchternd. WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli fuhr zwar nur die viertschnellste Zeit, profitierte jedoch von einer Fünf-Startplätze-Strafe gegen Red-Bull-Pilot Isack Hadjar und rückte auf den dritten Startplatz vor. Sein Teamkollege George Russell kam nicht über Rang acht hinaus und nahm das Rennen von Platz sieben auf.
"Das ist sehr schwer zu verstehen", räumte Toto Wolff im Gespräch mit Sky Sports ein. "Schon am Freitag wurden wir von einem ungewohnte Fahrverhalten überrascht. Allerdings ist es hier extrem heiß und der Asphalt unterscheidet sich deutlich von anderen Kursen."
Obwohl Antonelli im dritten freien Training die Bestzeit setzte, kehrten die Probleme im Qualifying zurück. "Wir haben zu viel Luftwiderstand und verlieren auf den Geraden Zeit auf Max. Zudem kämpfen wir in den langsamen Kurven mit Untersteuern – ein Phänomen, das wir in dieser Saison so noch gar nicht kannten", erklärte Wolff.
Der Rückschlag trifft Mercedes zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Russell war nach seinem starken Rennwochenende in Aserbaidschan voller Selbstvertrauen angereist, nachdem er den Rückstand in der Weltmeisterschaft auf seinen führenden Teamkollegen Antonelli auf 66 Punkte verkürzen konnte. Antonelli wiederum schien nach der Trainingsbestzeit am Samstag seinen Rhythmus gefunden zu haben, konnte im entscheidenden Q3 jedoch nicht nachlegen.
Hoher Reifenverschleiß setzt Silberpfeilen zu
"Alles in allem müssen wir noch zufrieden sein, denn es hätte viel schlimmer kommen können. Unser Fokus liegt jetzt auf dem Rennen", gab sich Antonelli gewohnt pragmatisch. Der Italiener führt die Gesamtwertung weiterhin mit 302 Punkten vor Russell an.
George Russell berichtete, dass dem Team seit dem ersten freien Training keinerlei Fortschritte gelungen seien. Besonders der hohe Reifenverschleiß bereite den Silberpfeilen Sorgen: "Sepang ist extrem anspruchsvoll für die Reifen. Der Asphalt ist sehr rau und aufgebrochen, dazu kommt die enorme Hitze. Aus irgendeinem Grund scheint uns das deutlich härter zu treffen als die Konkurrenz."
Trotz der Enttäuschung hält Toto Wolff am Potenzial des neuen Aerodynamik-Updates fest: "Da passiert etwas im Hintergrund, das wir erst verstehen müssen. Wir werden die Daten gründlich analysieren und die Köpfe zusammenstecken. Wir glauben weiterhin an unsere Upgrades: Wir hatten eigentlich drei Zehntelsekunden Gewinn erwartet – stattdessen sind wir vier bis fünf Zehntel langsamer."
