Der Australier erlebte einen denkbar schlechten Auftakt. Bei seinem Heim-Grand-Prix in Melbourne verunfallte er bereits auf dem Weg in die Startaufstellung; in China zwang ihn ein Elektrikdefekt zur vorzeitigen Aufgabe. Erst in Japan meldete sich Piastri eindrucksvoll zurück: Als Zweiter hinter Mercedes-Pilot Kimi Antonelli unterstrich er sein Talent, das ihn in der Vorsaison zeitweise mit einem massiven Vorsprung von 34 Punkten an der Tabellenspitze thronen ließ.
Aufgrund der geopolitischen Krise im Nahen Osten wurden die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien vorerst gestrichen. Die Formel 1 pausiert daher fast einen Monat lang, bevor die Saison Anfang Mai in Miami fortgesetzt wird.
Piastri, der am Montag 25 Jahre alt wurde, begreift diese Zwangspause als strategische Chance. McLaren will die Lücke zu Mercedes schließen – jenem Team, das bisher alle drei Grands Prix sowie den Sprint in China für sich entscheiden konnte.
"Die Off-Season war in diesem Jahr extrem kurz. Dieses Zeitfenster ist für alle eine willkommene Gelegenheit für intensives Training", erklärte er in einem aktuellen Social-Media-Video. "Wir haben nun mehr Zeit zur Vorbereitung. Aus den ersten Rennen haben wir wichtige Lehren gezogen, und es gibt noch viel zu analysieren. Wir können die Daten jetzt in Ruhe verdauen, um in Miami gestärkt anzugreifen."
Eine lehrreiche Erfahrung
In seiner dritten Formel-1-Saison führt der Sydney Morning Herald Piastri mittlerweile als Australiens bestverdienenden Sportler mit einem geschätzten Einkommen zwischen 57 und 59 Millionen A$ (ca. 30 Millionen Pfund). Sein Marktwert war im vergangenen Jahr explodiert, als er sieben der ersten 15 Rennen im damals überlegenen McLaren gewann. Kurzzeitig sah es so aus, als könne er Australiens 46-jährige Durststrecke ohne Weltmeistertitel beenden.
Doch die Siegesserie riss ab. Während Teamkollege Lando Norris sich die Krone sicherte und Max Verstappen für Red Bull zum Saisonende stark aufholte, rutschte Piastri in der Endabrechnung auf Rang drei ab.
Es war eine Erdung für das junge Talent, aus der er jedoch sichtlich gereift hervorging. McLaren kämpft derzeit darum, den Leistungsvorsprung einzuholen, den Mercedes unter dem neuen Reglement herausgearbeitet hat.
"Wir wissen aus dem letzten Jahr: Selbst mit dem besten Auto muss man konstant am Limit agieren", so Piastri, nachdem er George Russell in Suzuka lange Zeit hinter sich halten konnte. "Es ist interessant zu sehen, dass es eben nicht von selbst läuft, wenn die Konkurrenz das schnellere Paket hat. Dass ich George so lange parieren konnte, war ermutigend, aber wir machen uns keine Illusionen."
Piastri bleibt realistisch: "Wir haben am Wochenende alles richtig gemacht und wurden dennoch um 15 Sekunden geschlagen. Die Lücke ist also beträchtlich. Ich bin zuversichtlich, dass wir sie schließen können, aber vor uns liegt noch eine Menge Arbeit."
