Lukáš Chotěnovský (7-3) - Michal Hawro (7-2)
Nach zuletzt zwei Niederlagen steht Lukáš Chotěnovský unter Zugzwang. Der Trainingspartner von Größen wie Patrik Kincl und David Dvořák dürfte sich auf polnischem Terrain jedoch wohlfühlen, da er einen Großteil seiner Karriere in der lokalen FEN-Organisation verbrachte. Obwohl er bei Oktagon noch auf seinen ersten Sieg wartet, bringt der talentierte Kämpfer der All Sports Academy enorme physische Vorteile mit: Mit 183 cm überragt er seinen Gegner Michal Hawro um satte 14 Zentimeter.
Michal Hawro ist erst seit Juni 2022 Profi, hat aber bereits neun Kämpfe absolviert. Seine Bilanz ist beeindruckend: Sechs seiner sieben Siege feierte er vorzeitig, fünf davon bereits in der ersten Runde – außergewöhnliche Werte für das Bantamgewicht. Die zentrale Frage lautet: Setzt sich tschechische Vielseitigkeit oder polnische Zähigkeit durch?
Jonatan Kujawa (5-2) - Henrique Madureira (9-7)
Zu den Debütanten im Oktagon zählt Jonatan Kujawa. Nach einem holprigen Karrierestart reitet der 31-Jährige aktuell auf einer Welle des Erfolgs mit vier Siegen in Folge, die er allesamt in der ersten Runde klarmachte. Kujawa besticht nicht nur durch schnelle Finishes, sondern auch durch eine exzellente Verteidigung.
Henrique Madureira hingegen beweist, dass Statistiken täuschen können. Trotz sieben Niederlagen erlebt der Brasilianer gerade seinen zweiten Frühling. Seine letzten drei Gegner schaltete er per Knockout aus – den letzten nach nur 70 Sekunden.
Sein Selbstvertrauen ist spätestens seit dem Gewinn der "Best Submission of the Year 2025" am Limit. Mit seinem "Standing Inverted Triangle Choke" schrieb er Oktagon-Geschichte. Aufgrund seiner unberechenbaren Grappling-Skills meiden die meisten Gegner den Bodenkampf mit dem Südamerikaner.
Michał Piwowarski (7-4) - Timo Feucht (8-1)
Im Schwergewicht fallen die Entscheidungen meist im Stand, doch Michał Piwowarski bricht diese Regel. Der Lokalmatador aus Stettin ist Träger des schwarzen Gürtels im BJJ und zwang bereits sechs Gegner zur Aufgabe.
Ihm gegenüber steht Timo Feucht. Nach seinem K.o.-Sieg gegen Jeremy Kimball 2019 schien der Weg in die UFC geebnet, doch stattdessen verschwand er für sechs Jahre komplett von der Bildfläche. Nun kehrt er zurück, um an seine Glanzzeiten anzuknüpfen, in denen er bis auf Platz 159 der Weltrangliste kletterte.
Nach derart langen Pausen bleibt Feucht die große Unbekannte des Abends. Sollte er jedoch zu alter Form finden, wird es für die Konkurrenz gefährlich: Feucht hat in seiner Karriere noch nie eine dritte Runde bestritten – alle acht Siege holte er weit vor dem Schlussgong.
Ion Surdu (17-7) - Amiran Gogoladze (17-3)
Dieses Duell zweier europäischer Spitzenkämpfer wird die Zukunft im Weltergewicht maßgeblich prägen. Ion Surdu, bekannt als „Dracula“, hat bereits Legenden wie David Kozma und Kaik Brito besiegt. Mit fünf Knockouts unter dem Oktagon-Banner gehört er zur Elite der Organisation; 13 seiner Gegner schaltete er innerhalb der ersten fünf Minuten aus.
Amiran Gogoladze könnte die Lösung für Surdus Offensivdrang am Boden finden. Beide Kämpfer weisen mit fast 90 % eine der besten Takedown-Verteidigungen der Liga auf. Gogoladze, der „Sniper“, ist für seine präzisen Ein-Schlag-Knockouts berüchtigt und bringt wertvolle Erfahrung aus der M-1 und der Contender Series mit.
Tomasz Narkun (21-6) - Alexander Poppeck (20-5)
Tomasz Narkun ist eine Legende des Sports. Der ehemalige KSW-Champion stand jahrelang an der Spitze der Weltrangliste und hat eine Finishing-Quote von unglaublichen 95 %. In 28 Profikämpfen musste erst ein einziges Mal das Kampfgericht entscheiden.
Alexander Poppeck wird versuchen, den Bodenkampfspezialisten im Stand zu überraschen. Der Deutsche ist seit 749 Tagen ungeschlagen. Obwohl als Striker bekannt, hat er statistisch gesehen die zweitlängste Zeit aller deutschen Kämpfer am Boden verbracht. Da beide das vorzeitige Ende suchen, ist ein kurzer Prozess wahrscheinlich.
Michal Materla (33-11) - Christian Jungwirth (16-9)
Der Main Event wird unter speziellen „Underground-Regeln“ ausgetragen: MMA-Handschuhe, Boxen, Ellbogen und aktiver Clinch sind erlaubt, Tritte, Knie, Takedowns und Submissions hingegen verboten. Angesetzt sind fünf Runden pure Action.
Stettin fiebert dem Auftritt von Lokalmatador Michal Materla entgegen. Der ehemalige KSW-Champ ist ein Krieger der alten Schule, der nach schweren Beinoperationen hochmotiviert auf sein Comeback brennt. Seit über 22 Jahren im Geschäft, genießt der Veteran in ganz Europa höchsten Respekt.
Doch sein Gegner Christian Jungwirth kennt keine Ehrfurcht. Der „Keltische Krieger“ ist bekannt für sein mörderisches Tempo und seine unbändige Ausdauer. Jungwirth hat schon oft fast verlorene Kämpfe gedreht und steht nicht ohne Grund bereits zum vierten Mal in einem Oktagon-Hauptkampf.
