Loch der erste Gold-Anwärter: Wann platzt der Knoten für die deutschen Olympioniken?

Felix Loch hofft auf die Goldmedaille bei Olympia 2026.
Felix Loch hofft auf die Goldmedaille bei Olympia 2026.ROBERT MICHAEL / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

Felix Loch nahm es mit den Regeln nicht so genau, als er mit nur einem Wort auf olympische Begriffe reagieren sollte. Goldmedaillen? "Habe ich schon ein paar", sagte der deutsche Vorzeigerodler mit einem Lachen. Das Besondere: Seine Goldmedaillen im Einsitzer 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi waren jeweils die ersten für das Team Deutschland - und die Geschichte könnte sich am Sonntag in Cortina d'Ampezzo wiederholen.

Denn Loch gilt am ersten Wochenende der Winterspiele in Norditalien (6. bis 22. Februar) als größte deutsche Hoffnung auf einen Olympiasieg. Schließlich ist der Altmeister (36) pünktlich zu seinen fünften Winterspielen wieder in Topform. "Es passt einfach alles. Mir geht's gut, ich fühle mich so gut wie lange nicht mehr", sagte Loch, der seine Lockerheit vor der Medaillenjagd auch beim launigen Frage-Antwort-Spiel am Eurosport-Mikrofon unterstrich.

Ganz so entspannt blickt Olaf Tabor nicht auf das Auftaktwochenende. Der Chef de Mission des Team Deutschland würde "gern bereits am ersten Wettkampftag den Knoten platzen lassen", sagte er am Mittwoch. Schon der Gewinn von Edelmetall wäre "für das gesamte Team D gut und würde die ohnehin gute Stimmung vielleicht noch ein bisschen toppen", betonte Tabor, der deshalb mit einem "besonderen Auge" auf den ersten Wettkampftag am Samstag schauen werde.

Außenseiterchance im Skispringen

An diesem Tag hofft unter anderem Fahnenträgerin Katharina Schmid auf einen Medaillencoup - und das bei den letzten Winterspielen ihrer Karriere. Von Wehmut will die 29 Jahre alte Skispringerin allerdings nichts wissen. "Es ist tatsächlich nur Vorfreude", sagte Schmid, die 2018 und 2022 olympisches Silber von der Normalschanze gewonnen hatte und Loch zuvorkommen könnte.

Zu den großen Favoritinnen in Predazzo zählt Schmid, die 2022 die erste deutsche Goldmedaille in Peking um einen Meter verpasste, aber nicht. Das gilt auch für ihre Teamkolleginnen - auch wenn Vizeweltmeisterin Selina Freitag sich zumindest Medaillenhoffnungen machen darf.

Auch sonst warten am ersten Olympia-Wochenende mit 13 Medaillenentscheidungen einige Highlights - allen voran das Abfahrtsrennen der Männer am Samstagmittag in Bormio und das Abfahrtsrennen der Frauen am Sonntagmittag in Cortina.

Bei den Frauen ist aufgrund der Fragezeichen hinter US-Superstar Lindsey Vonn, die trotz eines Kreuzbandrisses im linken Knie an den Start gehen will, ein Olympiasieg von Emma Aicher oder Kira Weidle-Winkelmann nicht unwahrscheinlicher geworden. "Mir taugt der Hang, das könnte ganz gut werden", sagte Aicher, die in dieser Saison schon im Weltcup in St. Moritz triumphiert hatte.

Loch und Kollegen wollen Medaillen

Bei den Biathleten in Antholz, die am Sonntag mit der Mixed-Staffel in die Olympischen Spiele einsteigen, wäre deutsches Gold eine Überraschung. Gleiches gilt für die Wettkämpfe im Snowboard in Livigno mit Ramona Hofmeister oder die ersten Entscheidungen in der Eisschnelllaufhalle in Mailand. Und so ruhen die Hoffnungen vor allem auf dem Eiskanal, der bei den Winterspielen traditionell von den deutschen Athletinnen und Athleten dominiert wird.

Loch ist dabei nicht der einzige deutsche Trumpf: Auch Weltmeister Max Langenhan will im Cortina Sliding Centre ganz oben aufs Treppchen. Größter Konkurrent der beiden Deutschen ist der Österreicher Jonas Müller. "Viele denken, der Jonas und ich machen es unter uns aus", sagte Loch im ZDF-Sportstudio und bremste die Erwartungen: "Aber es sieht dann meistens bei Olympia ein bisschen anders aus. Da fahren ein paar um die Medaillen mit."