Gab es auch nur einen Hauch von Spannung? Spätestens als bekannt wurde, dass David Beckham die Trophäe übergeben würde, war wohl allen im Saal klar, dass es nur einen geben kann. So kommt Lionel Messi selbst mit einer eher bescheidenen Rolle bei PSG also nicht umhin, seine achte Trophäe in Paris zu erhalten. Hauptgrund dafür war natürlich der Gewinn der WM 2022. Ein Verlangen, das im Alter von 35 Jahren nach so vielen Enttäuschungen und der Erinnerung an die Niederlage 2014 gegen Deutschland gestillt wurde.
Es scheint fast schon obligatorisch, ihm für die Komplettierung seiner Karriere ein achtes Mal mit der prestigeträchtigsten, individuellen Trophäe im Fußball auszuzeichnen.
Lionel Messi und das Pariser Missverständnis
Die Pariser Fans hegen einen Groll gegen ihn. Messi kam nicht aus Liebe in die Hauptstadt, sondern aus Not, wie die große Mehrheit der Stars, die ihre Koffer in Paris abgestellt haben. Er hat auf dem Spielfeld sicherlich nicht immer das gegeben, was sie erwartet haben.

Es wäre wohl aber auch naiv gewesen, zu glauben, dass er allein die Champions League gewinnen könnte. Vor allem, wenn man sich die Entwicklung von Barca seit 2015 verfolgt hat. Die Misserfolge der Blaugrana sind der Beweis dafür, dass auch Messi ohne eine wirklich auf dieses Ziel zugeschnittene Mannschaft nicht alles schaffen kann, vor allem nicht i,m fortgeschrittenen Alter, und nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft.
Das Ende einer Ära: Nun sind die jungen Wilden dran
Trotz dieses Grolls ist der Argentinier der erste Spieler in der Geschichte von PSG, der einen Ballon d'Or "zu 100 %" im Trikot des Vereins gewonnen hat. George Weah hatte ihn 1995 nach seinem Wechsel zu Milan in die Höhe gestreckt.
Dieser achte Goldene Ballon könnte anekdotisch sein. Für Messi selbst ist er es vielleicht sogar. Aber er ist vor allem eine Ehrung für das, was er dem Fußball gebracht hat. Die "jungen Spieler", wie Messi sie nannte, haben nun endlich die Chance, das Erbe des vielleicht besten Spielers aller Zeiten anzutreten.
