Millionen-Business Marathon: Neuer Schub durch Wunderläufer Sawe?

Sawe gewann in London und kassierte rund 1,4 Millionen US-Dollar ab
Sawe gewann in London und kassierte rund 1,4 Millionen US-Dollar abREUTERS/Matthew Childs

Sabastian Sawe wuchs einst in ärmlichen Verhältnissen in dem Dorf Cheukta auf, nicht immer war genug Geld für Essen da - doch nach seinem Wunderlauf von London ist der neue Marathon-König steinreich. Rund 1,4 Millionen US-Dollar soll der Kenianer für seine Fabelzeit von 1:59:30 Stunden an Prämien und Bonuszahlungen kassieren - und sein Agent Eric Lilot arbeitet schon am nächsten Zahltag.

Nicht nur potenzielle Sponsoren reißen sich um Sawe, auch die Macher des Berlin Marathons wollen den 31-Jährigen nach dessen Sieg in der Hauptstadt 2025 unbedingt wieder verpflichten. "Es wird nicht einfach, aber wir sind im Austausch", sagte Race-Direktor Mark Milde dem SID: "Sabastian trägt Berlin seit vergangenem Jahr im Herzen, er weiß, dass bei uns schnelle Zeiten möglich sind. Ich denke, dass unsere Chancen nicht schlecht stehen. Auch wenn sich seine Antrittsgage nun vermutlich verdreifachen wird."

Eigentlich ist Berlin nicht unbedingt eine Top-Adresse wenn es um Antritts- und Siegprämien geht, doch für Sawe würde Milde tief in die Tasche greifen. Schließlich werden durch einen Superstar tausende Hobbyläufer angelockt. "Wir erleben gerade ohnehin schon einen Boom", sagte Milde, aber durch den Weltrekord werde die Aufmerksamkeit "noch einmal gesteigert. Es wird spannend sein zu sehen, wie viele Menschen er durch seinen Auftritt motivieren kann, die Laufschuhe anzuziehen."

Berlin Marathon: Ein Millionen-Business

Wie in Berlin waren die ersten Marathon-Läufe einst Mini-Veranstaltungen mit ein paar enthusiastischen Joggern, mittlerweile hat sich daraus längst ein Millionen-Business entwickelt. Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des Marathons in Berlin wurden zuletzt mit 469,4 Millionen Euro beziffert, die sieben großen Marathon Majors sollen auf eine Wertschöpfungskette von 2,3 Milliarden Euro kommen.

Allein schon die begehrten Startplätze in New York oder Berlin sind stets innerhalb kürzester Zeit ausverkauft - dabei kostet es in Berlin mittlerweile 205 Euro, wenn man eine Startnummer haben möchte. Allein daraus resultiert schon ein zweistelliger Millionenbetrag. "Der Marathon ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für unsere Stadt", sagte zuletzt Berlins Bürgermeister Kai Wegner: "Und erhöht die internationale Sichtbarkeit Berlins."

Sawes mit noch mehr Potenzial

Rund um die Otto-Normal-Läufer brummt ein wirtschaftliches Ökosystem, das immer neue Stars braucht, um in Gang zu bleiben. Die großen Ausrüster liefern sich eine Schlacht um die Athleten mit dem größten Potenzial, die Agenten, die in der Regel etwa 15 Prozent der Einnahmen kassieren, scouten ähnlich wie im Fußball immer früher die Talente, reisen zu Nachwuchsrennen vor allem in Afrika.

Sawes Talent wurde erst spät entdeckt, vielleicht hat er auch deshalb "noch nicht sein maximales Potenzial erreicht", wie sein Trainer Claudio Berardelli sagte. Noch schnellere Zeiten seien "möglich", auch wegen der neuen Hightech-Schuhe. Das Modell, mit dem Sawe Geschichte geschrieben hat, wird in Deutschland ab Donnerstag Punkt 10 Uhr online verkauft. Kostenpunkt: 500 Euro. Das Business brummt.