In den Kampf um die Medaillen könne sie "immer" eingreifen, sagte Ogunleye, die ihre Bestleistung zuletzt bei den deutschen Meisterschaften in Dortmund auf 20,37 m geschraubt hatte: "Das ist nie ausgeschlossen."
Schon bei ihrem spektakulären Triumph von Paris hat die 27-Jährige ja gezeigt, dass sie für die großen Rendezvous gemacht zu sein scheint. "Ich will natürlich 20 Meter anbieten", sagte sie nun mit Blick auf die Entscheidung am Freitag (18.10 Uhr) in der Kujawsko-Pomorska Arena: "Das ist immer der Anspruch an mich selbst bei den internationalen Meisterschaften."
Neue Technik bringt alten Erfolg
Das Problem ist nur: 20 Meter haben in diesem Jahr auch Tokio-Siegerin Jessica Schilder (Niederlande/20,69), die US-Amerikanerin Chase Jackson - Weltmeisterin von 2022 und 2023 - mit 20,44 m sowie Hallen-WM-Titelverteidigerin Sarah Mitton (Kanada/20,27) überboten. Und es gibt bekanntlich ja nur drei Medaillen. "Wir sind weltweit aktuell so gut, so viele, die jetzt aktuell über 20 Meter schon gestoßen haben", sagte Ogunleye. Wozu es dann in diesem Klasse-Feld "reicht, werden wir sehen."
Ogunleye braucht sich jedenfalls nicht verstecken, nach einer verkorksten WM in Tokio mit Platz sechs hat sie den Dreh wieder raus. Auch dank einer neuen Technik, die Anpassungen zeigen Wirkung. "Ziel ist es, die Schnelligkeit auf die Kugel zu bekommen. Die größte Baustelle ist das Warten, bis ich die Kugel ausstoßen darf", sagte sie: "Das ist wie eine Choreo, die ich immer wieder abspielen muss."
Und weil Ogunleye in Dortmund gesehen hat, wohin sie die neue Technik führen kann, reist sie voller Selbstvertrauen zur Hallen-WM. "Wenn ich an Torun denke, muss ich auch an Glasgow denken", sagte sie in Erinnerung an die Hallen-WM vor zwei Jahren, als ihr Stern mit ihrem ersten 20-Meter-Stoß und der Silbermedaille aufging. Jetzt soll die nächste Medaille her - auch wenn die Konkurrenz riesig ist.
