München, Augsburg, Stuttgart: Jürgen Klopp tourt durch die Bundsrepublik.
Häufig an seiner Seite: Marc Kosicke. Der neue Bundestrainer nennt seinen langjährigen Berater seinen "brother from another mother" – seinen Bruder im Geiste und echten Freund.
Wiederkehrende Kritik
Weil Kosicke Klopp beim DFB künftig auch als "Co-Trainer Strategie, Entwicklung und Innovationen" assistiert, gibt es Geraune in der Branche. Der wortgewaltige Bayern-Patron Uli Hoeneß sprach sogar von einem "friendly takeover" – ein Vorwurf, gegen den Klopp und Kosicke sich wehren.
"Da ist alles in Ordnung", betonte Klopp am Rande seiner Rundreise zu den Bundesligaklubs bei "Sky" und stichelte: "Die Leute beurteilen Dinge, bevor wir irgendwas gemacht haben."
Er arbeite seit 20 Jahren mit Kumpel Kosicke zusammen: "Was Marken- und Imagebildung, was Ideen, was Ruhe in Entscheidungen angeht, ist Marc der Beste, den ich je getroffen habe". Ende der Diskussion.

Für "alles zuständig außer Fußball"
Wirklich? Die "Süddeutsche Zeitung" schrieb dem 55-Jährigen eine "undurchsichtige Rolle" zu und sah "Widersprüche", die den Neustart der Nationalmannschaft nach dem abermaligen WM-Desaster "belasten" würden. Kosicke selbst bemühte sich in der Frankfurter Rundschau, diese Widersprüche zu zerstreuen.
"Es geht nicht um eine Übernahme", sagte er zu Hoeneß' Vorwurf und ergänzte: "Es geht einfach darum, die richtigen Dinge zu tun."
Welche? "Dass wir gemeinsam mit den Menschen, die hier arbeiten und denen der Fußball am Herzen liegt, das Optimale für die Nationalmannschaft und den deutschen Fußball herausholen."
Kosicke ist dabei laut Klopp zuständig für "alles außer Fußball". Er sei "kein Entscheidungsträger", betonte Kosicke: "Meine Rolle ist es, Perspektiven aufzuzeigen, Impulse zu geben und durch Argumente zu überzeugen. Was daraus gemacht wird, entscheiden andere."
