Im Sommer wechselte Giden Mensah ablösefrei zum 1. FC Köln, nachdem er vier Jahre bei AK Auxerre verbracht hatte. In der Domstadt unterschrieb er einen Vertrag bis 2028.
Bei Auxerre etablierte sich Mensah als verlässliche Größe auf der linken Abwehrseite. Er verhalf dem Klub vor zwei Jahren zum Titelgewinn in der zweiten französischen Liga. Anschließend absolvierte er 85 Einsätze in der Ligue 1.
Der Wechsel nach Köln erfolgte im Anschluss an eine beeindruckende Weltmeisterschaft, bei der in allen vier Spielen für Ghana in der Startelf stand.
Für Mensah ist der Transfer ein weiterer Schritt in einer belebten Karriere,. Nach Stationen in Österreich, Belgien, Portugal, Frankreich möchte er nun in Deutschland seinen Können zeigen. Es ist Zeit, sich der nächsten Herausforderung zu stellen.
Warum sich Köln durchgesetzt hat
"Ich hatte Angebote von sehr vielen Klubs", erzählte Mensah im exklusiven Interview mit Flashscore: "Aber ich habe mich für Köln entschieden." Den Ausschlag für diese Entscheidung haben die persönlichen Gespräche mit den Vereinsverantwortlichen gegeben: "Man überlegt auch, ob es für die eigene Karriere ein sinnvoller Schritt ist."
Köln sei für ihn das "beste Projekt" gewesen, zumal die Scoutingabteilung vom FC die Leistungen von Mensah schon länger beobachtete.
Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler hob bei der Verkündung des Transfers Mensahs taktische Disziplin und seine defensiven Fähigkeiten hervor. Er betonte auch, dass der Neuzugang der Mannschaft neue Stabilität verleiht.
Der Abschied vom „Zuhause“
Obwohl Mensah sich auch in Köln bislang sehr wohlfühlt, fiel ihm der Abschied aus Auxerre schwer. Den Großteil seiner Karriere hatte der Ghanaer auf Leihbasis verbracht. Erst in Frankreich fand er ein echtes "Zuhause".
2016 schaffte Mensah den Sprung von seinem Heimatland in die Akademie von Red Bull Salzburg. Es folgten Leihen zu Sturm Graz, Zulte Waregem, Vitória Guimaraes und Bordeaux, ehe er 2022 fest zu Auxerre wechselte.
"Es war schon etwas schwierig", so Mensah: "Wer meine Karriere verfolgt hat, weiß, dass ich vor Auxerre die meiste Zeit auf Leihbasis bei verschiedenen Klubs gespielt habe – meist Einjahresverträge, danach ging es zurück nach Salzburg."
Erst Auxerre wurde für ihn zu einer neuen Heimat: "Ich habe dort vier Jahre verbracht. Einen Ort zu verlassen, den man als Zuhause bezeichnet, war für mich nicht einfach. Aber am Ende des Tages ist das unser Beruf. Es ist meine Karriere."
Man müsse eben auch "Risiken eingehen und Opfer bringen, die Komfortzone verlassen und schauen, was die Welt einem in der Karriere noch bieten kann.“
Diese Bereitschaft, das Vertraute hinter sich zu lassen, führt Mensah nun in eine der Top-Ligen Europas.
Match-Center: Köln vs. Hoffenheim
Mensah will "einer der Besten werden"
Durch seine Zeit in Salzburg fühlt er sich auf die Bundesliga vorbereitet: "Ich kenne den deutschen Fußball ein wenig, weil der österreichische Fußball dem in Deutschland sehr ähnlich ist. Ich weiß ein bisschen über die Struktur der Liga. Wir alle kennen das hohe Pressing, das viele Laufen und die Aggressivität im Spiel, wenn man die Bundesliga ansieht."
In Frankreich habe er sich zu einem der stabilsten Linksverteidiger der Liga entwickelt und in der Bundesliga habe er "das gleiche Ziel." Mensah möchte "Köln so oft wie möglich zum Sieg zu verhelfen. Ich hoffe, dass am Ende meiner Zeit hier oder spätestens nach der ersten Saison jeder weiß, dass ich einer der besten Linksverteidiger der Liga bin."

Erfolgreiche WM-Teilnahme
Dass er das Zeug besitzt, um auch auf höchtem Niveau mitzuhalten, hat er mit seinen starken Leistungen bei der WM 2026 bewiesen, wenngleich die Gespräche mit dem FC "schon lange vor der Weltmeisterschaft begonnen haben".
Mensah stand in allen vier Spielen Ghanas in der Startelf. Bei seiner zweiten WM-Teilnahme habe er "viele Aufgaben" und auch eine "Führungsrolle" übernommen: "Ich bin stolz auf meine Rolle in der Nationalmannschaft. Die WM 2026 war eines der besten Turniere, die ich für Ghana gespielt habe."

Der schönste Moment bei der WM sei für ihn der Sieg in der Gruppenphase gegen Panama gewesen, wenngleich ihm auch das torlose Unentschieden gegen den späteren Halbfinalisten England in guter Erinnerung geblieben ist: "Das Weiterkommen in der Gruppe wurde erst durch den Sieg gegen Panama möglich. Deshalb ist das für mich der Schlüsselmoment der WM.“
In Köln kommt er als erfahrener Nationalspieler an, der einer neu aufgestiegenen Bundesliga-Mannschaft helfen soll, den nächsten Entwicklungsschritt zu machen.

