Vanessa Voigt: Social-Media-Pause gegen die Nörgler

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Vanessa Voigt am Schießstand
Vanessa Voigt am SchießstandČTK / imago sportfotodienst / Fotostand / Hettich

Vanessa Voigt muss nach der knapp verpassten Bronze-Medaille im Einzel Kritik einstecken – und legt deshalb eine Social-Media-Pause ein.

Vanessa Voigt zog einen Schlussstrich. Harsche Kritik an ihrer Laufleistung, negative Kommentare zu ihren Schießzeiten. Nach ihrem besten Saisonergebnis hatte die deutsche Biathletin aber mal so gar keine Lust auf negative Energien.

Also verordnete sie sich selbst eine Social-Media-Pause. "Wir sehen/hören uns nach Olympia. Hier wird es jetzt ruhig – mein Fokus liegt woanders", schrieb die 28-Jährige bei Instagram: "Die Menschen, die wirklich zählen, wissen, wie sie mich erreichen."

Und von denen gab es auch aufbauende Worte. Schließlich performt Voigt nach zwei extrem schwierigen Jahren mit Bronze in der Mixed-Staffel und dem vierten Platz im Einzel beim Höhepunkt so gut wie lange nicht.

"Während viele wieder kritisch über meine Laufzeit und Schießzeiten sprechen, stehe ich hier – und bin verdammt stolz", so die Thüringerin trotzig: "Denn kaum jemand redet über den Leistungs- und Trainingsrückstand, der entsteht, wenn ein Großteil einer vorolympischen Weltcup-Saison wegbricht."

Hinweis auf gesundheitliche Probleme

Nachdem Voigt im Winter 2023/24 mit mentalen Problemen zu kämpfen hatte, wurde sie in der Saison 2024/25 vorzeitig von ihrer Gesundheit ausgebremst. In diesem Winter reichte es bislang maximal zu Rang sieben.

Im Verlauf der Saison habe man "in Oberhof schon mal ein Krisengespräch, ein härteres Gespräch geführt", erzählte Trainer Kristian Mehringer. Dabei sollen auch Tränen geflossen sein. Der Tenor? "Wenn ich bei Olympia eine Medaille holen möchte, muss ich auch eine gewisse Schießzeit haben."

Doch genau diese zu langsame Schießzeit wurde der fehlerfreien Voigt im Einzel über 15 Kilometer im Kampf ums Treppchen dann doch wieder zum Verhängnis, gerade einmal 12,9 Sekunden fehlten zu Bronze. Vor allem beim letzten Schießen ließ sie sich zur Absicherung der Null sehr viel Zeit, schoss letztlich insgesamt 27 Sekunden langsamer als die überraschend drittplatzierte Bulgarin Lora Christowa. "Natürlich zählen bei Großereignissen wie Olympia am Ende nur Medaillen", betonte Voigt.

Aber sie wisse, "was es gebraucht hat, um überhaupt hier zu stehen. Ich habe es geschafft, genau am Saison-Höhepunkt meine beste Leistung zu zeigen. Genau dann, wenn es zählt. Und es ist noch nicht vorbei." Vier Rennen hat sie noch – und die Social-Media-Kritiker erst mal nichts mehr zu melden.