Jeden Tag "einen Haufen Medaillen"? Langenhans Gold-Auftakt soll beflügeln

Max Langenhan ist optimal in die Olympischen Spiele gestartet.
Max Langenhan ist optimal in die Olympischen Spiele gestartet.REUTERS/Annegret Hilse

Die Müdigkeit konnte Max Langenhan nach einer kurzen Nacht mit der Goldmedaille am Kleiderhaken nicht verbergen. Tapfer stand der neue Rodel-König am ersten Morgen als Olympiasieger im Deutschen Haus Rede und Antwort, sein Blick ging dabei schon voraus - und zu den nun geforderten Teamkollegen. "Hoffentlich kann das ein bisschen beflügeln", sagte der Thüringer über seinen Goldcoup zum Auftakt der Schlittenwettbewerbe in Cortina d'Ampezzo.

Langenhan darf sich und seinen steifen Hals bis Donnerstag ausruhen, ehe er mit der Teamstaffel erneut nach Edelmetall greift. Bis dahin wollen die Frauen im Einsitzer und die Doppelsitzer um die Erfolgsgaranten Tobias Wendl und Tobias Arlt die nächsten Medaillen aus dem Eiskanal holen. "Ich würde mich freuen, wenn wir jetzt einfach jeden Tag einen Haufen Medaillen bejubeln könnten", sagte Langenhan, der seine über Nacht einfach an die Garderobe gehängt hatte.

Und ein "Haufen Medaillen" für Deutschland ist im neu gebauten Cortina Sliding Centre alles andere als unwahrscheinlich. Der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) ist der Erfolgsgarant für das Team D bei Olympischen Winterspielen: In Peking gewannen die Rodler, Skeletonis und Bob-Piloten 16 der 27 deutschen Medaillen. Neun von zwölf Olympiasiegen sprechen für sich.

Wendl/Arlt wollen "geile Show liefern"

Auch BSD-Vorstandschef Thomas Schwab jubelte über einen "guten Auftakt" für das deutsche Team, am Montag und Dienstag wollen die Frauen im Einsitzer nachlegen. Weltmeisterin Julia Taubitz und Shootingstar Merle Fräbel gelten als Mitfavoritinnen. "Ich will eine olympische Medaille gewinnen. Das ist mein Traum von klein auf", betonte Taubitz, die in Peking vor vier Jahren nach einem Sturz im zweiten Lauf nur Siebte geworden war.

Die Trainingseindrücke stimmen positiv - und auch die Historie. Im Einsitzer der Frauen kam die Olympiasiegerin seit 1998 stets aus Deutschland. Und im Doppelsitzer? Dort sind Wendl und Arlt bei Olympia seit 2014 ungeschlagen. "Wir wollen eine geile Show liefern", sagte Wendl vor dem Rennen am Mittwoch.

Eine geile Show aus deutscher Sicht erwartet Langenhan auch in der zweiten Olympiawoche, wenn die Bob-Piloten im Eiskanal regieren. "Im Bob kann es schon richtig historisch werden", glaubt der Rodel-Olympiasieger. Zumindest im Weltcup war die Dominanz der deutschen Piloten um Johannes Lochner, Francesco Friedrich und Laura Nolte erdrückend.

So oder so: Der Zusammenhalt im deutschen Team ist riesig. Nach Langenhans Goldcoup war der geschlagene Felix Loch im Zielbereich der erste Gratulant, auch die Frauen harrten einen Tag vor ihren ersten beiden Läufen in der Kälte aus. "Es war schon cool, dass gestern irgendwie alle mit da waren, obwohl die Mädels heute schon ihr erstes Rennen fahren", sagte Langenhan. Nun schlüpft der Olympiasieger selbst in die Rolle des Unterstützers.