Ein ziemlich erfolgreicher sogar, in diesen Tagen bereitet sich die deutsche Medaillenhoffnung auf die Winterspiele in Cortina d'Ampezzo vor: Der noch in der DDR geborene Fleischhauer kämpft als Anschieber von Johannes Lochner um Gold - stand zuletzt aber eben auch wegen seiner Erfahrungen mit der Erotikplattform OnlyFans im Fokus.
Diese sei letztlich nur ein Zuverdienst, "ein Nebeneffekt", sagt der 37-Jährige dem SID. Pornografische Inhalte sind tabu. "Sinnliche, hochwertige" Bilder eines Athletenkörpers verspricht die Profilbeschreibung. Im Endspurt zu Olympia hat er online noch einmal nachgelegt: Bis sechs Tage vor seinem ersten Wettkampf (16. Februar) gibt es Rabatt für Privates vom 1,95 m großen Sportler.
Traum von der ersten olympischen Medaille
Davon erhofft er sich "zu den Spielen hin nochmal einen Schub", bislang sei das Geschäft nämlich bloß "okay" angelaufen. Das Sonderangebot hat er gedeckelt, denn das teils "stundenlange Schreiben" in persönlichen Chats bedeute "viel Aufwand".
Und eigentlich hat der studierte Wirtschaftsingenieur aus Halberstadt ja sowieso ganz andere Prioritäten. "Primär geht es mir darum, schnell zu sein", sagt der Bob-Weltmeister von 2023. Das war eigentlich schon immer so. Doch erst jetzt, im Spätherbst seiner Karriere, kommt er den olympische Medaillen nahe.
Fleischhauer war lange in der Leichtathletik aktiv, hatte schon 2012 die Sommerspiele in London fest im Blick. Über 400 Meter Hürden zählte er im Jahr zuvor noch zur Weltspitze, stand bei der Leichtathletik-WM im Halbfinale. "Seit 2012 versuche ich es", sagt er, einige hätten ihn auf seinem langen Weg bereits abgeschrieben. Erst im Alter von 31 Jahren stieg er dann in den Bob um - und zeigte schnell viel Potenzial.
Fleischhauer war so gut, dass er sich zwischen Lochner und Doppel-Olympiasieger Francesco Friedrich entscheiden konnte, zwischen den seit Jahren besten Bobfahrern der Welt. 2024 bekannte er sich zu Lochner, zu "Hansi" also, "weil die Chancen mit ihm höher waren, meine Ziele zu verwirklichen, nämlich zweimal Gold".
Lochner macht Druck
Zuletzt, bei der Olympia-Generalprobe in St. Moritz, untermauerten beide ihr Selbstverständnis. Mit Bahnrekord holte das Gespann den EM-Titel vor Friedrich. Siege sollen nun unbedingt auch in Norditalien gelingen.
Auch für Lochner geht es nämlich um das erste Olympiagold, der Bayer habe "so einen inneren Druck aufgebaut", sagt Fleischhauer. Und während der lange herbeigesehnten Winterspiele werden dann auch seine anderen Standbeine noch mehr in den Hintergrund rücken: der Job als Teilzeitberater bei einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft; und die Anfragen der neuen Fans im Internet.
