"Natürlich hat sich nichts geändert. Herr Infantino wird sich zur Wiederwahl stellen", bestätigte eine FIFA-Sprecherin, dass der Schweizer 2027 erneut für das Präsidentenamt kandidieren wird. Infantino hatte seine erneute Kandidatur bereits beim FIFA-Kongress Ende April in Vancouver angekündigt. "Ich möchte den 211 FIFA-Mitgliedsverbänden zuerst sagen, dass ich im nächsten Jahr als FIFA-Präsident erneut kandidieren werde", sagte er damals.
Streit um Milliarden-Deal eskaliert
Seine Position ist seitdem allerdings deutlich schwieriger geworden. Besonders der inzwischen zurückgezogene Plan, Beteiligungen an kommerziellen Rechten der FIFA-Wettbewerbe an private Investoren zu verkaufen, sorgte weltweit für heftige Kritik.
Infantinos FIFA Forward Enterprise, kurz FFE, sollte private Investitionen in die kommerziellen Aktivitäten des Weltverbandes ermöglichen. Der Plan stieß insbesondere in Europa auf massiven Widerstand. Die UEFA und ihre 55 Mitgliedsverbände kündigten Ende Juli sogar an, nicht an FIFA-Wettbewerben teilnehmen zu wollen, solange das Vorhaben weiterverfolgt werde.
Wahl im März 2027 steht bevor
Anfang August zog die FIFA den umstrittenen Plan schließlich zurück. Die UEFA begrüßte diesen Schritt, betonte aber zugleich, dass die Kritik an der Vorgehensweise des Weltverbandes damit nicht ausgeräumt sei. Auch Infantino selbst steht deshalb weiter unter Druck. Der englische Verband hat seine Unterstützung für eine erneute Amtszeit inzwischen zurückgezogen. Zudem hält die UEFA an ihrer Konfrontation mit der FIFA-Führung fest.
Die nächste FIFA-Präsidentenwahl soll im März 2027 stattfinden. Bislang hat sich kein Gegenkandidat offiziell erklärt. Gleichzeitig gibt es innerhalb der internationalen Fußballverbände Bestrebungen, eine Alternative zu Infantino aufzubauen.
Infantino führt die FIFA seit 2016. 2019 wurde er ohne Gegenkandidaten wiedergewählt, 2023 folgte seine zweite Amtszeit. Sollte er 2027 erneut gewählt werden, könnte er damit seine Führung des Weltverbandes fortsetzen.
