Tommaso Giacomel ist bei seinem Heimspiel kaum wiederzuerkennen. Als einer der Hoffnungsträger der Gastgeber für die Winterspiele auserkoren, enttäuschte er bislang auf ganzer Linie – und ist so (noch) kein Teil der großen italienischen Olympia-Party.
Mit vier Saisonsiegen im Gepäck und als Nummer zwei des Gesamtweltcups war Giacomel zum Highlight angereist, die Rennen in Antholz sollten auch seine große Show werden. Doch statt Jubel überwogen bislang Ärger und Verzweiflung. Seit Silber in der Mixed-Staffel zum Auftakt läuft nichts zusammen.
Enttäuschung im Sprint
"Ich habe versagt", sagte Giacomel nach seinem völlig verkorksten 22. Platz im Sprint, kämpfte dabei mit den Tränen: "Ich bin sehr enttäuscht." Er glaube, "das Schlimmste ist, dass ich als Favorit oder einer der Favoriten hierhergekommen bin. Das macht mich sehr wütend."
Allzu gerne würde er sich in die italienische Gold-Reihe zu Comeback-Queen Federica Brignone, Eisschnelllauf-Überfliegerin Francesca Lollobrigida oder seiner Biathlon-Landsfrau Lisa Vittozzi gesellen. Doch Giacomel kämpft bislang mit dem erhöhten Druck auf der großen olympischen Bühne.

Massenstart als Hoffnungsschimmer
Die weiße Fahne will er aber nicht schwenken.Mit dem Massenstart der Männer am Freitag (14:15 Uhr/ZDF und Eurosport) bleibt noch eine allerletzte Chance auf eine Einzelmedaille. "Der Massenstart ist das Format, in dem ich bislang den meisten Erfolg hatte", blickt Giacomel optimistisch voraus.
Im Januar 2025 hatte er den Massenstart beim Weltcup in Ruhpolding gewonnen und so seinen ersten Sieg gefeiert, und auch im Dezember gewann er das Rennen über 15 Kilometer im französischen Le Grand Bornand. Es sei "das Format, das mir am besten gefällt", sagte Giacomel.
