Zum Hauptinhalt springen

Füchse im Übergangsjahr mit "härterer" Arbeit? "Sehen uns als eine Top-Mannschaft"

Mathias Gidsel im Spiel gegen Melsungen.
Mathias Gidsel im Spiel gegen Melsungen.ČTK / imago sportfotodienst / O.Behrend

Nach der Reibe im Supercup wittern die Füchse Berlin in der Bundesliga die Revanche gegen den SC Magdeburg. Aber wie schlagkräftig ist der Vizemeister - im Übergangsjahr, das eigentlich gar keins sein soll?

Fällt dieser eine Begriff, schießt Bob Hannings Puls in die Höhe. "Übergangsjahr? Dieses Wort macht mich aggressiv", sagte der Geschäftsführer der Füchse Berlin schon bei der offiziellen Saisoneröffnung. Prominente Abgänge ersetzte er mit spektakulären Neuzugängen, allerdings erst für 2027/28. In dieser Saison, so scheint es, wird die Titeljagd zur Herkulesaufgabe. Klein beigeben ist für Hanning und Berlin aber keine Alternative - erst recht nicht im Topspiel der Handball-Bundesliga beim SC Magdeburg am Donnerstagabend (20.15 Uhr/Dyn und MDR).

Match-Center: SC Magdeburg vs. Füchse Berlin

"Wir sehen uns als eine Top-Mannschaft. Wir möchten Magdeburg herausfordern, auch in Magdeburg", sagte Trainer Nicolej Krickau. Das letzte Duell gegen den Meister ist keine zwei Wochen her - und es endete übel: 31:38 (15:20) unterlagen die Füchse im Supercup. Nun starte sein Team "ohne Riesendruck", aber als "Riesen-Underdog" beim SCM: "Wir werden versuchen, besser zu sein, als wir im Supercup waren."

Nur: Die Mittel sind eben begrenzt, die Personaldecke ausgedünnt. Mit Lasse Andersson hat sich eine wichtige Säule im Rückraum verabschiedet, mit Dejan Milosavljev der sichere Rückhalt im Tor. Nils Lichtlein und Fabian Wiede sind nach Verletzungen noch nicht einsatzbereit.

Und die neuen Stars sind schließlich erst ab dem Sommer 2027 in Berlin. Der französische Superstar Dika Mem kommt vom FC Barcelona, der Däne Simon Pytlick aus Flensburg. Beide sollen mit Welthandballer Mathias Gidsel ein Rückraum-Trio von selten gesehenem Weltklasseformat bilden. Auch Kreisläufer Théo Monar schnürt erst ab der Folgesaison seine Schuhe an der Spree.

"Härter arbeiten" als die Konkurrenz

Bis dahin sollen die Berliner Eigengewächse an der Seite Gidsels wachsen und Verantwortung übernehmen. "Ja, wir stehen vor großen Herausforderungen, aber diese Saison ist sicher keine Zwischenlösung", sagt Hanning. Vor der "Saison seines Lebens" stehe etwa Matthes Langhoff: "Wir erwarten, dass er nicht nur einer der besten Abwehrspieler der Welt ist, sondern es auch schafft, sich im Angriff zu einem starken Rückraumlinken zu entwickeln." Beim erfolgreichen Liga-Auftakt gegen Melsungen (33:31) deutete Langhoff sein enormes Potenzial mit neun Treffern an. Im Tor rückt Lasse Ludwig nun mehr in die Verantwortung.

Gidsel schwor sein Team längst auf eine harte Saison ein. Mit Fleiß will er dem drohenden Schicksal trotzen. Berlin könne sich zurücklehnen und auf die Top-Stars warten, "oder wir können auch sagen: Ja, wir haben einen kleineren Kader, vielleicht weniger Qualität – aber wir können hart arbeiten, noch härter arbeiten", sagte er der Sport Bild: "Ich bin überzeugt, wir haben immer noch ausreichend Talent."

Das wollen die Füchse gegen Magdeburg beweisen. Sonst bahnt sich nach enorm erfolgreichen Spielzeiten bereits früh in der Saison ein - Achtung, Tabuwort - Übergangsjahr an.