Es wird deshalb auch ein Start ins Ungewisse. Was auf Deutschland am Donnerstagabend (21.10 Uhr/ZDF, Eurosport und Flashscore-Audioreportage) zukommt? "Das ist eine gute Frage. Ich habe natürlich nicht viel von Dänemark gesehen in den letzten Jahren", sagte Fahnenträger Draisaitl dem SID vor seinem DEB-Comeback nach über sechs Jahren: "Ich denke, wir werden gut vorbereitet sein."
Zum Match-Center: Deutschland vs. Dänemark
Seine Teamkollegen sind gewarnt. Moritz Seider, Tim Stützle oder Draisaitls bester Kumpel Frederik Tiffels - sie alle waren bei der letzten Weltmeisterschaft dabei, als die deutsche Auswahl im "Do-or-die"-Spiel gegen die Dänen in der Vorrunde verlor. Während die Skandinavier auch noch Kanada besiegten und ins Halbfinale einzogen, war die WM für das DEB-Team vorbei.
Nun soll mit einer geglückten Revanche der Olympia-Auftakt gelingen. "Der Schlüssel für uns wird sein, nicht zu denken, dass wir in der absolute Favoritenrolle sind und das Spiel kontrollieren müssen", mahnt Routinier Moritz Müller. Trotz all seiner Erfahrung wird der langjährige Kapitän diesmal nicht das "C" auf der Brust tragen, die Entscheidung von Bundestrainer Harold Kreis habe er "akzeptiert", sagte der Kölner.
Das Trio um Draisaitl und seine Assistenten Seider und Stützle will Müller bestmöglich unterstützen. Schließlich ist der Teamgeist für den Erfolg unabdingbar. "Das Wichtigste ist, dass wir uns als Mannschaft schnell finden, dass wir unsere Rollen akzeptieren und einnehmen", sagt Draisaitl, einer von neun Profis aus Nordamerika - nie waren es mehr.
Ziel: "Medaille holen"
Neben Draisaitl (Edmonton) gehören auch Seider (Detroit), Stützle (Ottawa) und John-Jason Peterka (Utah) in ihren NHL-Mannschaften zu den Leitungsträgern. Der Fokus der wenigen Trainingseinheiten vor dem Start lag vor allem darauf, die Stars aus der besten Liga der Welt zu integrieren.
Der Zusammenhalt, der Deutschland 2018 ohne NHL-Beteiligung zu Olympia-Silber trug, wird auch in Norditalien über die Richtung der Reise entscheiden. Für Olympia-Debütant Draisaitl, der gegen Dänemark erstmals seit 2457 Tagen wieder für die Nationalmannschaft auflaufen wird, soll diese erst zum möglichst spätesten Zeitpunkt enden. "Natürlich fliegen wir da hin, um eine Medaille zu holen", hatte der Stürmer im Vorfeld der Spiele gesagt. Auch, wenn es dafür "vielleicht ein kleines Wunder" brauche.
Doch erstmal liegt der Fokus auf der Vorrunde. Um sich eine bestmögliche Ausgangslage für die K.o.-Phase zu erspielen, ist ein Sieg gegen die Dänen Pflicht. Auch die zweite Partie gegen Lettland (Samstag, 12.10 Uhr) ist richtungsweisend, bevor es gegen Weltmeister USA (Sonntag, 21.10 Uhr) zum Gruppenfinale kommt.
