Heimturnier mit Titelchance: Fragen und Antworten zur Handball-WM der Frauen

Alle wichtigen Infos zur Handball-WM der Frauen 2025
Alle wichtigen Infos zur Handball-WM der Frauen 2025ROLF VENNENBERND / DPA PICTURE-ALLIANCE VIA AFP

Deutschland ist nach 1965, 1997 und 2017 zum vierten Mal Schauplatz einer Handball-Weltmeisterschaft der Frauen, der Deutsche Handballbund (DHB) richtet gemeinsam mit den Niederlanden die 27. WM-Endrunde aus. Austragungsorte sind hierzulande Stuttgart, Trier und Dortmund. In den Niederlanden wird in 's-Hertogenbosch und Rotterdam gespielt.

Titelverteidiger ist der dreimalige WM-Champion Frankreich, die größten bisherigen deutschen Erfolge sind der WM-Titel 1993 und die dritten Plätze von 1965, 1997 sowie 2007. Vor zwei Jahren landeten die DHB-Frauen auf dem sechsten Platz. Rekordweltmeister ist Russland mit sieben Titeln.

In welchem Modus wird gespielt?

Die WM wird zum dritten Mal mit 32 Mannschaften ausgetragen. In acht Vierergruppen kämpfen die Nationen zunächst um den Einzug in die Hauptrunde. Die besten drei Teams jeder Vorrundengruppe kommen weiter. In der Hauptrunde gibt es vier Sechsergruppen, die sich aus zwei miteinander gekreuzten Vorrundengruppen zusammensetzen.

Punkte gegen die ebenfalls qualifizierten Teams werden mitgenommen. Die besten zwei Teams jeder Hauptrundengruppe qualifizieren sich für das Viertelfinale (9./10. Dezember). Beide Halbfinals (12. Dezember), das kleine Finale sowie das Endspiel (beide 14. Dezember) finden allesamt in Rotterdam statt.

Wer sind die Favoriten?

Die Weltspitze besteht aus vier Mannschaften: Titelverteidiger Frankreich gehört ebenso dazu wie Olympiasieger Norwegen, aber auch mit den traditionell starken Däninnen sowie Schweden wird zu rechnen sein. Deutschland wartet seit nunmehr 18 Jahren auf eine WM-Medaille. So gut wie in diesem Jahr standen die Chancen aber lange nicht mehr.

Auf wen treffen die DHB-Frauen?

Die Auslosung meinte es gut mit dem deutschen Team. In der Vorrundengruppe C bekommt es die DHB-Auswahl von Bundestrainer Markus Gaugisch in Stuttgart mit den Außenseitern Island (26. November), Uruguay (28. November) und Serbien (30. November) zu tun. In der Hauptrunde (2. bis 6. Dezember) warten in Dortmund drei Teams aus der Parallelgruppe mit Montenegro, Spanien, Färöer und Paraguay – der Weg ins Viertelfinale scheint eben.

In der Runde der letzten acht (9. Dezember) soll dann mithilfe von rund 11.000 Zuschauern in der Dortmunder Westfalenhalle erstmals seit 2008 wieder der Sprung in ein großes Halbfinale gelingen. Der kürzlich wiedergewählte Verbandsboss Andreas Michelmann formulierte den Einzug ins Halbfinale als das klare Ziel, der deutsche Traum ist natürlich eine WM-Medaille.

Was spricht für eine erfolgreiche WM?

Neben der günstigen Auslosung der Heimvorteil. Seit Jahren ist die WM bei den Spielerinnen um Kapitänin Antje Döll omnipräsent. Nun ist der Moment zum Abliefern in ausverkauften Hallen gekommen. Gaugisch führte das Team im Vorjahr erstmals seit 16 Jahren zu den Olympischen Spielen und hatte in diesem Jahr viel Zeit, um es auf die Aufgabe vor eigenem Publikum einzustimmen. In der langen Vorbereitung gelangen unter anderem Testspielsiege gegen Dänemark und den starken WM-Fünften Niederlande.

Der Kern des Teams um Emily Vogel (ehemals Bölk), Xenia Smits und Katharina Filter spielt dazu schon eine lange Zeit zusammen. Die DHB-Auswahl muss jedoch in den entscheidenden Situationen besser werden. Die fehlende Konstanz in Do-or-Die-Spielen war das größte Manko der vergangenen Jahre, ein kollektiver Blackout mit knapp 15 Minuten ohne eigenes Tor zu Spielbeginn beendete etwa vor zwei Jahren im Viertelfinale gegen Schweden frühzeitig die Halbfinal-Hoffnungen.

Worum geht es noch?

Deutschlands Handballerinnen wollen nichts weniger als einen Boom auslösen. Unter dem Kampagnenmotto "Hands up for more" soll die Heim-WM Begeisterung entfachen, neue Fans erreichen und dem Frauenhandball nachhaltig mehr Aufmerksamkeit verschaffen.

Wo sind die deutschen Spiele zu sehen?

Zunächst nur hinter einer Bezahlschranke im Internet. Alle 108 WM-Spiele werden auf Sporteurope.TV zu sehen sein. Den Turnierpass gibt es für 15,99 Euro, einzelne Spiele kosten weniger. Bei Erreichen des Viertelfinals erhalten die DHB-Frauen dann die große Live-Bühne im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, das ZDF würde das erste K.o.-Duell übertragen. Ein deutsches Halbfinale und das Endspiel würden bei deutscher Beteiligung in der ARD laufen.

Welche Termine warten noch vor Turnierstart?

Seit Montag hat Gaugisch sein Team im schweizerischen Schaffhausen zusammengezogen. Zwei letzte Härtetests gegen die Schweiz stehen noch an: Am Donnerstag (19.15 Uhr) spielt die DHB-Auswahl in St. Gallen, am Samstag (14.30 Uhr) steigt in Göppingen die WM-Generalprobe.