THW Kiel trennt sich von Cheftrainer Jicha: "Ballast wiegt zu schwer"

Aktualisiert
Filip Jicha wird die schwache Saison zum Verhängnis
Filip Jicha wird die schwache Saison zum VerhängnisČTK / imago sportfotodienst / Eibner-Pressefoto/Jan Rollinger

Der THW Kiel trennt sich von Cheftrainer Filip Jicha. Wie der Handball-Rekordmeister am Montag mitteilte, beendet man nach sieben Jahren die Zusammenarbeit mit dem Tschechen. Diese Entscheidung fiel nach einer "tiefgehenden Saison-Analyse unter allen Beteiligten", wie es auf der Vereins-Website heißt. Erst im Oktober 2025 hatte der THW den ursprünglich zum Saisonende auslaufenden Vertrag mit Jicha vorzeitig bis 2028 verlängert.

Kiel verpasste in der abgelaufenen Saison zum dritten Mal in Folge die angestrebte Qualifikation für die Champions League, zudem wird der Klub in der kommenden Serie erstmals seit 33 Jahren nicht am Europapokal teilnehmen. Nach der titellosen Spielzeit 2025/26 und dem sechsten Platz in der Bundesliga hatten die Verantwortlichen eine Analyse angekündigt.

"Ich hätte mir gewünscht, den Neustart unserer neuformierten Mannschaft wie geplant gemeinsam mit Filip angehen zu können", sagt Geschäftsführer Viktor Szilagyi, "aber der Ballast der sportlichen Entwicklung in den letzten Monaten wiegt dafür zu schwer."

Jicha hatte das Traineramt bei den Zebras 2019 von Alfred Gislason übernommen und sollte den personellen Umbruch gestalten. Unter dem Ex-Profi gewann Kiel die Champions League 2020, die deutschen Meisterschaften 2020, 2021 und 2023 sowie den DHB-Pokal 2022 und 2025. Den sportlichen Abwärtstrend des früheren Branchenprimus konnte Jicha zuletzt jedoch nicht stoppen.

Tabelle: HBL
Tabelle: HBLFlashscore

Als Top-Kandidaten für die Jicha-Nachfolge nannte die KN den früheren THW-Profi Börge Lund. Der 47 Jahre alte Norweger trainiert seit 2020 den norwegischen Spitzenklub Elverum Handball. Zwischen 2007 und 2010 trug Lund als Spieler das Kieler Trikot.

"Natürlich wissen wir, dass in den nächsten Tagen beinahe jeder Name im Welthandball mit uns in Verbindung gebracht werden wird. Wir werden diese wie immer nicht kommentieren, sondern wie schon in den vergangenen Wochen in Ruhe unsere Arbeit machen und für den THW Kiel die bestmögliche Lösung finden", sagt Szilagyi zum kommenden Trainer.