"Handball-Fest" gegen Dänemark: Gislason verspricht "Vollgas" – DHB-Zukunft offen

Gislason freut sich auf "ein kleines Handballfest im Frühjahr"
Gislason freut sich auf "ein kleines Handballfest im Frühjahr"ČTK / imago sportfotodienst / Michael Taeger

Die Duelle gegen Dänemark versprechen auf vielen Ebenen einen Vorgeschmack auf die Heim-WM. Bundestrainer Alfred Gislason freut sich auf "ein kleines Handballfest im Frühjahr".

Klassiker, Giganten-Duell, Handball-Gipfel: Vor dem "maximalen Gradmesser" gegen die Dominatoren aus Dänemark kribbelt es bei Alfred Gislason. Was nach zwei gewöhnlichen Testspielen aussieht, ist für den Bundestrainer und seine Handballer in Wirklichkeit viel mehr. "Natürlich sind das sogenannte Freundschaftsspiele, aber ich weiß, dass beide Mannschaften Vollgas geben werden", sagte Gislason am Donnerstag: "Es werden sehr interessante Spiele, auch für mich."

Aufkommende Fragen zu seiner Zukunft fegte Gislason energisch vom Tisch. "Es gibt keine Wasserstandsmeldungen", sagte der 66-Jährige, bevor er mit seiner Mannschaft die Reise nach Kopenhagen antrat. Zum Stand der Verhandlungen über seinen 2027 auslaufenden Vertrag mochte sich Gislason zumindest öffentlich nicht äußern. "Ich konzentriere mich in dieser Woche voll auf Dänemark und verweise in dieser Frage an Ingo Meckes." Der DHB-Sportvorstand hatte Mitte März betont, man wolle sich bei der Entscheidung nicht unter Druck setzen lassen, verwies aber darauf, dass spätestens vor WM-Beginn Klarheit herrschen müsse.

"Brauchen eine absolute Topleistung"

Acht Monate vor der Heim-WM kommen die Vergleiche gegen den Olympiasieger, Welt- und Europameister jedenfalls gerade recht. Nach Jahren des Heranrobbens will das hochveranlagte deutsche Team schnellstmöglich zum Überholmanöver ansetzen. "Wir brauchen eine absolute Topleistung", sagt Spielmacher Juri Knorr, der natürlich hofft, dass Deutschland die Dänen in Zukunft "irgendwann vom Thron wieder runterstoßen" kann.

Der nördliche Nachbar sei momentan "ohne Frage das Maß aller Dinge im Welthandball", betonte auch Gislason vor den Kräftemessen am Freitag in Kopenhagen (19.30 Uhr) und am Sonntag in Köln (15.30 Uhr/beide ProSieben, Joyn und Dyn). Man müsse beim ersten Wiedersehen mit dem dänischen Starensemble um Welthandballer Mathias Gidsel nach dem verlorenen EM-Endspiel (27:34) "wirklich sehr, sehr gut spielen, um da zu bestehen".

Für die DHB-Auswahl geht es in den kommenden Tagen erstmal auch darum, die Negativserie gegen das "Nonplusultra"-Team (Knorr) der vergangenen Jahre zu durchbrechen. Der bislang letzte deutsche Sieg liegt mehr als zehn Jahre zurück, danach setzte es auch in den ganz großen Begegnungen wie dem Olympia-Finale 2024 (26:39) teilweise deutliche Niederlagen.

Zum Match-Center: Dänemark vs. Deutschland

Vorfreude auf "ein kleines Handballfest im Frühjahr"

"Wir beschäftigen uns überhaupt nicht damit. Dass wir so eine Weile nicht gegen Dänemark gewonnen haben, liegt vor allem daran, dass die Dänen richtig gut sind und reihenweise Titel einfahren", sagte Gislason. Man konzentriere sich weiter darauf, "näher ranzukommen und besser zu werden, um die Dänen mehr zu fordern". So oder so freut sich Gislason auf "ein kleines Handballfest im Frühjahr".

Für die deutsche Mannschaft geht es in dieser Woche nicht bloß um die sportliche Revanche für die EM oder das Olympiafinale. Teammanager Benjamin Chatton sieht in der Lehrgangswoche in Köln auch "schon einen kleinen Probelauf bei den Rahmenbedingungen" für die WM im eigenen Land.

Im Januar steigen sowohl die Hauptrunde als auch die K.o.-Phase in der Domstadt, die DHB-Auswahl prüfe deshalb bereits das "Setup, die Trainingshalle, das Hotel. Abläufe können sich einspielen", sagt Chatton. Einspielen, um Anfang 2027 maximal abliefern zu können.