Zwei Titel, ein Schnauzbart und die "Bad Boys": Deutsche EM-Sternstunden

Daniel Stephan (2. v. l.) und seine Kollegen feiern den Sieg über Dänemark im Halbfinale der Handball-EM 2002.
Daniel Stephan (2. v. l.) und seine Kollegen feiern den Sieg über Dänemark im Halbfinale der Handball-EM 2002.ODD ANDERSEN / AFP

Das DHB-Team steht erstmals seit zehn Jahren wieder in einem EM-Finale, am Sonntag (18.00 Uhr/ZDF, Dyn und Flashscore-Audioreportage) bekommt es die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason mit Olympiasieger und Weltmeister Dänemark zu tun. Das dritte Gold bei einer Europameisterschaft ist zum Greifen nah. Flashscore gibt einen Überblick über die bisherigen EM-Sternstunden Deutschlands:

Zum Match-Center: Dänemark vs. Deutschland

1998 - ÄRA BRAND BEGINNT MIT BRONZE

Es ist der Beginn einer Ära. Rund eineinhalb Jahre vor dem Turnier in Italien tritt Heiner Brand, Weltmeister als Spieler und später auch als Coach, das Amt als Cheftrainer an - und gewinnt wenig später mit dem DHB-Team in einem Krimi inklusive Verlängerung gegen Russland Bronze (30:28).

Es ist die erste EM-Medaille für die deutsche Mannschaft, die in ihren Reihen den wertvollsten Spieler des Turniers hat: Daniel Stephan. Der Rückraumspieler wird noch im gleichen Jahr zum Welthandballer gekürt, auch Linksaußen Stefan Kretzschmar gelingt der Sprung ins All-Star-Team der EM.

2002 - DEM GROSSEN TRIUMPH GANZ NAH

Wieder ein Krimi, wieder eine Medaille und wieder einen Schritt näher dran - doch für die Spitze reicht es am Ende (noch) nicht. Lange ist der Titel in Stockholm für das DHB-Team um Spielmacher Stephan zum Greifen nah, lediglich eine Niederlage hat Deutschland bis zum Endspiel kassiert, doch dort entwickelt sich erneut ein Nervenspiel.

Brand und Co. gehen mit einer Führung gegen Gastgeber Schweden in die Halbzeit, doch in der Verlängerung müssen sie sich schließlich geschlagen geben (31:33). Aber der letzte Schritt zum Titel soll schon bald gelingen...

2004 - DEUTSCHLAND ERSTMALS AUF DEM EM-THRON

Nur zwei Jahre später gelingt endlich der ganz große Wurf: Das Team um Henning Fritz, Daniel Stephan und Volker Zerbe krönt sich erstmals zum Europameister. Und dieses Mal reicht die reguläre Spielzeit aus: Gegen Gastgeber Slowenien setzt sich die deutsche Mannschaft souverän mit 30:25 durch.

Kreisläufer Christian Schwarzer kann es kaum fassen: "Seit 1989 kämpfe ich in der Nationalmannschaft. Jetzt bin ich endlich oben. Das ist eigentlich Wahnsinn." Der Triumph bleibt für Bundestrainer Brand nicht folgenlos: Der markante Schnauzbart, Markenzeichen des Erfolgstrainers, muss dran glauben.

2016 - DIE "BAD BOYS" STÜRMEN ZUM TITEL

In Polen schlägt die Stunde der selbst ernannten "Bad Boys": Zittert sich die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson im Halbfinale gegen Norwegen noch in der Verlängerung (34:33) ins Endspiel, überrollt sie dort ihren Gegner förmlich. Mit einem souveränen 24:17-Sieg gegen Spanien erobert das DHB-Team um Torwart-Held Andreas Wolff nach zwölf Jahren wieder den EM-Thron.

Damals wie heute neben Wolff ebenfalls dabei: Rune Dahmke und Jannik Kohlbacher. Vergleiche mit der damaligen Mannschaft sind ein zweischneidiges Schwert, das aktuelle Team will heute Abend seine eigene Geschichte schreiben.