Gislason hatte im entscheidenden Hauptrunden-Finale gegen Frankreich (38:34) in der 51. Minute beim Stand von 30:28 für Deutschland auf den Buzzer gehauen – genau in dem Moment, als Nils Lichtlein einen riskanten Pass auf Johannes Golla spielte. Der Bundestrainer stoppte damit die Aktion rechtzeitig und verhinderte einen potenziell spielentscheidenden Ballverlust.
"Ich habe gesehen, es kommt ein Pass, der schwierig sein könnte, dass Golli ihn fängt", erklärte Gislason später. Wenn Golla den Ball gefangen und ein Tor gemacht hätte, "dann würden wir alle ein bisschen anders reden. Aber so ist das Leben." Co-Trainer Erik Wudtke nahm Gislason in der Situation in den Arm und musste wie sein Chef grinsen. Unmittelbar nach der Auszeit verwandelte Franz Semper zum zwischenzeitlichen 31:28.
Erst die Verantwortung, nun das Lob
In der Vorrunde war Gislason nach einer ganz ähnlichen Situation kritisiert worden. Gegen Serbien hatte er beim Stand von 25:26 Sekundenbruchteile zu früh auf den Buzzer gedrückt – der vermeintliche Ausgleichstreffer von Juri Knorr zählte nicht. Deutschland verlor, Gislason übernahm anschließend die volle Verantwortung für die überraschende Niederlage.
Nun gab es viel Lob - auch von Ex-Weltmeister Michael Kraus, der Gislason für seinen Aussetzer gegen Serbien scharf kritisiert hatte. "Damit hat Alfred alles wiedergutgemacht", sagte Kraus bei Dyn.
