Handball-EM: Portugal nutzt Norwegen-Kenner Neves als "Spion" – EHF prüft Vorfall

Miguel Neves bestätigte nach der Partie die "Lauschattacke"
Miguel Neves bestätigte nach der Partie die "Lauschattacke"Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn, Eibner-Pressefoto / Alamy / Profimedia

Beim 35:35-Unentschieden zwischen Portugal und Norwegen in der Hauptrunde der Handball-EM 2026 geriet ein ungewöhnlicher Vorfall in den Fokus. Die dänische TV-Übertragung zeigte, wie Portugals Spieler Miguel Neves während der Auszeiten mit einem Tablet die Anweisungen des norwegischen Trainers verfolgte.

Der Hintergrund: Neves spielte drei Jahre in Norwegen, spricht die Sprache fließend und ist mit einer Norwegerin liiert. Portugals Nationaltrainer Paulo Pereira setzte ihn gezielt ein, um die taktischen Vorgaben des Gegners mitzuhören und die eigene Abwehr entsprechend anzupassen.

Neves versteht Problem nicht

"Wir wollten uns einen Vorteil verschaffen, um zu wissen, was sie vorhaben", erklärte Neves offen nach der Partie. "Ich verstehe Norwegisch – warum sollten wir das nicht nutzen?"

Auch wenn Portugal das Spiel nicht gewinnen konnte, wirft der Vorfall ethische Fragen auf. Die Europäische Handballföderation (EHF) könnte sich nun mit der Angelegenheit befassen. Neves selbst sieht jedoch kein Fehlverhalten: "Aus meiner Sicht ist das fair. Ich sehe kein Problem."