Ein Partyverbot, das wusste Alfred Gislason ganz genau, war nicht nötig. "Die dürfen ruhig feiern. Aber wie ich sie kenne, sind sie sehr vernünftig", hatte der Isländer den deutschen Handballern für ihre Silvester-Sause schmunzelnd mit auf den Weg gegeben.
Doch auch wenn Andreas Wolff und Co. ausufernd auf das neue Jahr angestoßen haben sollten: Bis Sonntag bleibt noch Zeit, um neue Kräfte für die anstehende Hammer-EM zu tanken.
Gislason stellt Regeneration in den Vordergrund
Erst drei Tage nach dem Jahreswechsel ruft der DHB-Coach seine 18 Auserwählten in Hannover zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft zusammen. "Wir lassen die Spieler sich diesmal ein bisschen länger ausruhen", sagte Gislason zu der bewussten Entscheidung für die rund einwöchige Verschnaufpause nach dem Jahresabschluss in der Bundesliga. Diese zahlt sich offenbar aus.
Es gebe "mehr Grund, zuversichtlich zu sein", sagte Benjamin Chatton. Vor einem Jahr hatte Gislason in Vorbereitung auf die WM "kurzfristige Ausfälle managen" und "zudem etliche Pläne für verletzte und angeschlagene Spieler basteln" müssen, erinnerte sich der Nationalmannschaftsmanager: "Das sieht Stand jetzt besser aus. Auch der in den vergangenen Spielen noch verletzt pausierende Justus Fischer – um einen Namen zu nennen – ist auf einem guten Weg."
Der Kreisläufer von der TSV Hannover-Burgdorf war Mitte Dezember in den Kader berufen worden, obwohl er nur kurz zuvor einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel erlitten hatte.
Nun sei der Status bei allen Spielern "durchgehend grün oder sagen wir besser nicht rot. Und das ist beim Programm der vergangenen Wochen schon ein erfreuliches Signal. Wir freuen uns auf eine wahrscheinlich vollständige Formation", sagte Chatton.
Schwieriges Los
Personelle Sorgen kann das deutsche Team angesichts der bevorstehenden Kracherduelle im dänischen Herning nicht gebrauchen. Österreich (15. Januar), Serbien (17. Januar) und Spanien (19. Januar) warten in der kniffligen Vorrunde.

In der Hauptrunde folgen dann drei echte Hochkaräter: Olympiasieger und Weltmeister Dänemark, Titelverteidiger Frankreich, der WM-Vierte Portugal oder Co-Gastgeber Norwegen kommen als realistische Gegner infrage.
Sein achtes Turnier, sagte Gislason, sei das "härteste" in seiner Amtszeit als Bundestrainer. Und dennoch: "Ziel ist das Halbfinale. Ich vertraue unserer Mannschaft. Sie ist sehr gut und kann ein super Turnier spielen."
