"EM-Start" gegen "Angstgegner": Deutsche Handballer testen Ernstfall gegen Kroatien

Die deutschen Handballer im Training.
Die deutschen Handballer im Training.Sina Schuldt / DPA / dpa Picture-Alliance via AFP / Profimedia

Die knifflige EM-Mission beginnt erst in der kommenden Woche, der gefühlte Startschuss für die Europameisterschaft fällt für Deutschlands Handballer aber bereits wesentlich früher. "Wir müssen diese zwei Spiele gegen Kroatien so angehen, als würden sie Teil der EM sein", forderte Bundestrainer Alfred Gislason vor der Abreise nach Zagreb, wo im ersten von zwei Stresstests gegen den Vizeweltmeister am Donnerstag (20.30 Uhr/sportschau.de) gleich Höchstleistung gefordert ist.

Den "Angstgegner", gegen den Deutschland die vergangenen vier Duelle allesamt verloren hat, haben sich die Verantwortlichen ganz bewusst ausgewählt, schließlich geht es auch beim EM-Turnier ab dem 15. Januar in Dänemark Schlag auf Schlag.

Zum Match-Center: Kroatien vs. Deutschland

"Ich hoffe, dass die Halle uns ausbuht, dass sie gegen uns sehr körperlich spielen, wir richtig Probleme bekommen. Denn dann haben wir noch Zeit, Fehler zu machen, aber direkt Lösungen zu finden", sagte Rückraumspieler Renars Uscins im ZDF.

Harte Vorrundengruppe erwischt

Nach dem Beginn der unmittelbaren EM-Vorbereitung ist spürbar: Das deutsche Team brennt auf die Herausforderung, die es in den kommenden Wochen erwartet. Bereits die Vorrundengruppe A mit Österreich (15. Januar), Serbien (17. Januar) und Spanien (19. Januar/alle 20.30 Uhr) hat es in sich.

In der Hauptrunde, die Deutschland ebenfalls im dänischen Herning bestreiten würde, würden aller Voraussicht nach Olympiasieger Dänemark, Titelverteidiger Frankreich, Co-Gastgeber Norwegen und der WM-Vierte Portugal warten.

Angesichts dieses Programms werden bei Gislason Erinnerungen wach. Wie bei den Olympischen Spielen in Frankreich, sagte der 66-Jährige, "müssen wir direkt im ersten Spiel gegen Österreich in Topform sein. Jeder Punktverlust kann wirklich schwere Folgen haben."

Wer auf den olympischen Silber-Coup und das Viertelfinal-Aus bei der WM im Vorjahr blickt, kann aber zum Schluss kommen: Ein steiniger Turnierweg liegt einer deutschen Mannschaft mehr als ein "Steigerungslauf" auf zunächst flachem Terrain.

In Frankreich bezwang Deutschland bereits in der Gruppenphase unter anderem Schweden und Spanien, bei der Weltmeisterschaft 2025 gab es auf dem Weg in die K.o.-Phase auf dem Papier erst bei der Hauptrunden-Niederlage gegen die Dänen einen echten Härtetest - und im Viertelfinale dann die Ernüchterung gegen Portugal.

"Wohlfühlatmosphäre" vermeiden

Schon gegen das von Ex-Bundestrainer Dagur Sigurdsson trainierte Kroatien, mit dem es am Sonntag (18.05 Uhr/ARD) im Rahmen der Generalprobe in Hannover zum Wiedersehen kommt, gehe es daher darum, "sich möglichst schnell schon auf dieses Niveau hochzupimpen", sagte Benjamin Chatton.

Man habe sich zudem "bewusst für ein Auswärtsspiel entschieden, um nicht nur die Wohlfühlatmosphäre zu Hause zu haben", ergänzte der Teammanager am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin.

Am Mittwochmorgen geht es mit dem Flieger in die kroatische Hauptstadt. Dann werden alle 18 Spieler mit an Bord sein, die personelle Situation gestaltet sich bislang sehr vielversprechend.

Auch Kreisläufer Justus Fischer, den im Dezember noch ein Muskelfaserriss ausgebremst hatte, ist wieder voll ins Training eingestiegen. "Wir hatten in den letzten Jahren schon ziemlich viele Probleme in dieser Hinsicht", sagte Gislason mit Blick auf das Personal. Diesmal aber, "haben wir die nicht".