Christos Tzolis hat keine Angst vor Jürgen Klopp, beim Gedanken an den nächsten Gegner seiner Griechen gerät er wahrlich nicht ins Schwitzen. Selbstverständlich sei er "optimistisch" für das Duell in der Nations League gegen die deutsche Nationalmannschaft, verkündete der Offensivspieler stattdessen gelassen, "wir spielen immer mit Selbstvertrauen." Eine Eigenschaft, die der 24-Jährige wie kaum ein anderer Spieler seiner Mannschaft verkörpert. Die Wende beim Last-Minute-Sieg gegen Serbien hatte Tzolis kurz zuvor immerhin selbst eingeleitet.
Match-Center: Deutschland vs. Griechenland
Längst ist Tzolis, der vor nicht allzu langer Zeit Fortuna Düsseldorf beinahe in die Bundesliga schoss, das Sinnbild eines neuen griechischen Selbstverständnisses. Inzwischen ist der Offensivkünstler beim Premier-League-Giganten FC Arsenal aktiv, als absoluter Führungsspieler will er den sportlichen Aufstieg seines Nationalteams mitgestalten. Denn die neue Generation talentierter junger Griechen, zu der auch der Dortmunder Konstantinos Karetsas (18) gehört, kann mehr, sie will mehr: Wie beispielsweise einen Sieg gegen die deutsche Auswahl von Jürgen Klopp am zweiten Spieltag der Gruppe 2 am Sonntag (20.45 Uhr/ARD) in Augsburg.
Leichtfüßiger Offensivfußball heißt das neue Erfolgsrezept, Griechenland steht längst nicht mehr für ein defensives Bollwerk. Dieses war das Erfolgsrezept hinter dem überraschenden EM-Triumph 2004 unter Otto Rehhagel.
"Viel Qualität" trotz Konstantelias-Ausfall
Doch das ist 22 Jahre her. Über die vielversprechende Generation unter Nationalcoach Ivan Jovanovic wissen sie in Deutschland längst Bescheid, vor allem Borussia Dortmund wollte sich das zu Nutzen machen. Mit Dribblings und sprühendem Talent soll dort seit dem Sommer das Duo aus Karetsas und Giannis Konstantelias (23) wirbeln, doch schon beim Saisonauftakt riss bei Konstantelias, der bislang 18 Mal für seine Heimat auflief, das Kreuzband.
Die Rückkehr ins Nationaltrikot wird so noch einige Monate auf sich warten lassen. Doch auch ohne den Offensivdribbler haben die Griechen "viel Qualität", betonte Tzolis, "und müssen das auf dem Platz zeigen." Im Vergleich zum 2:1 gegen Serbien beim Auftakt in der Nations League, bei dem zunächst Tzolis (74.) und schließlich Tassos Douvikas (90. +4) die Partie drehten, wartet nun aber ein ganz anderer Gegner.
"Die Deutschen sind qualitativ stärker als Serbien, deshalb werden wir das Spiel anders angehen", erklärte Tzolis. Dafür dürfe man "keine einfachen Gegentore kassieren", müsse "konzentriert auftreten", selbstverständlich vorne "viele Chancen kreieren" und "etwas effektiver" sein. Dann dürfte die Mannschaft der DFB-Elf, gegen die noch nie ein Sieg gelang, das Leben um einiges schwerer machen.
