Grand Slams und knappe Kisten: Die fünf Höhepunkte der Tournee-Geschichte

Sven Hannawald feiert nach seinem ersten Sieg bei der Vierschanzentournee am 29. Dezember 2002 in Oberstdorf
Sven Hannawald feiert nach seinem ersten Sieg bei der Vierschanzentournee am 29. Dezember 2002 in OberstdorfMATTHIAS SCHRADER / DPA / dpa Picture-Alliance via AFP / Profimedia

Von Sven Hannawalds historischem Grand Slam bis zu Janne Ahonens Rekorden: Der SID und Flashscore haben fünf Highlights aus der Geschichte der Vierschanzentournee zusammengestellt.

DER ALLES-SIEGER

Vier Siege bei einer Tournee? 50 Jahre entsprach diese Herkulesaufgabe der Quadratur des Kreises. Dann kam Sven Hannawald. Im Winter 2001/02 flog der von Fans förmlich belagerte "Hanni" wie auf Wolke sieben von einem Erfolg zum nächsten.

Als er in Bischofshofen auch im letzten Sprung dem Druck standhielt und den Grand Slam vollendete, hatte Hannawald Geschichte geschrieben. Kamil Stoch (2017/18) und Ryoyu Kobayashi (2018/19) wiederholten zwar das Kunststück, doch Hannawald wird für immer der Erste sein.

DIE PUNKTGLEICHEN

Enge Kisten sind seit jeher fester Bestandteil des Skispringens, doch die Tournee 2005/06 wurde zum wahren Krimi. In einem Herzschlag-Finale blies der Finne Janne Ahonen zur Aufholjagd - und kam am Ende genau wie der Tscheche Jakub Janda auf 1081,5 Punkte.

Und nun? "Es gibt zwei Gesamtsieger und zwei 33.000 Euro teure Autos als Siegespreis", löste der damalige Tournee-Pressechef Klaus Taglauer die alles entscheidende Frage auf. Das gab es nie zuvor und bis heute nie wieder.

DER ABREISENDE

30 Jahre vor Hannawald griff Yukio Kasaya nach dem Grand Slam, der Japaner gewann im Winter 1971/72 die ersten drei Tournee-Springen.

Doch dann wurde es kurios: In Japan begann die Vorbereitung auf Olympia im heimischen Sapporo. Kasaya reiste brav ab und überließ den Gesamtsieg dem Norweger Ingolf Mork. Immerhin: In Sapporo holte Kasaya Gold. Einen Weltcup gewann er nie wieder.

DER REKORDMANN

Es regnete Bindfäden, doch Janne Ahonen behielt am 6. Januar 2008 die Nerven. Der finnische Altmeister holte sich mit seinem Sieg in Bischofshofen seinen fünften Tournee-Triumph, überflügelte Jens Weißflog und ist seither alleiniger Rekordhalter.

Kurios zudem: Wegen eines Sturms in Innsbruck wurden die letzten beiden Tournee-Springen erstmals binnen 24 Stunden an einer Schanze ausgetragen.

DER ÜBERLEGENE

Im Winter 2000/01 dominierte Adam Malysz die Tournee-Konkurrenz wie kein Springer vor oder nach ihm. Der Pole startete mit den Rängen vier und drei und ließ zwei Siege in Österreich folgen.

Am Ende lag er in der Gesamtwertung 104,4 Punkte vor dem zweitplatzierten Janne Ahonen - bis heute das größte Punktepolster der Geschichte.