Nach der klaren Bestzeit in der Qualifikation war Grabosch auch im Zeitfahr-Finale der nicht-olympischen Disziplin über die 1000 m in 1:04,572 Minuten nicht zu schlagen und fuhr zum ersten WM-Einzelgold ihrer Karriere. "Es ist ein wundervoller Moment", sagte die 28-Jährige: "Jeder will das Regenbogentrikot gewinnen, es bedeutet mir die Welt."
Grabosch verwies Titelverteidigerin Hetty van de Wouw (1:05,223) und deren niederländische Landsfrau Sofie van Rooijen (1:05,398) auf die Plätze. In die letzte Runde ging sie mit etwas Rückstand, der Goldtraum drohte zu platzen. "Ich wollte der Welt zeigen, dass ich fähig bin, mehr als nur eine Runde zu fahren. Ich war Anfahrerin, jetzt bin ich Schlussfahrerin", sagte Grabosch.
Grabosch gewinnt erstmals WM-Gold im Einzel
Am Mittwoch hatte Grabosch den Teamsprinterinnen zum Auftakt der Titelkämpfe mit einer furiosen Schlussrunde noch Bronze gesichert. Am Samstag ging Grabosch sogar ohne den üblichen Zeitfahrlenker ins Holzoval.
Fünf WM-Titel im Teamsprint hat Grabosch geholt, vier davon sowie Bronze und Silber bei Olympia mit Emma Hinze und Lea Sophie Friedrich. Bei Weltmeisterschaften hatte Grabosch zuvor nur bei den Titelkämpfen 2018 in Apeldoorn mit Sprint-Bronze in einer Einzeldisziplin auf dem Podium gestanden.
Klein und Teutenberg holen weitere Medaillen
Nach Graboschs Coup rundeten Klein und Teutenberg den erfolgreichen vorletzten Wettkampftag im Velodrome in Shanghai ab. Die Saarbrückerin Klein setzte sich im kleinen Finale der Einerverfolgung in 4:28,274 Minuten souverän gegen die Italienerin Martina Alzini (4:32,749) durch und sicherte sich ihren zweite Medaille. Am Donnerstag war Klein mit dem Vierer in der Mannschaftsverfolgung auf Rang drei gefahren.
Der 24-jährige Teutenberg aus Mettmann musste sich im Omnium nach den Disziplinen Scratch, Tempo- und Ausscheidungsrennen sowie Punktefahren mit 115 Zählern dem Portugiesen Iuri Leitao (143) und dem Belgier Fabio van den Bossche (129) geschlagen geben.
German Cycling übertrifft die vergangenen WM-Bilanzen
Vor den letzten Wettbewerben am Sonntag liegt der deutsche Verband German Cycling mit sechs Medaillen bereits über der Ausbeute aus den vergangenen beiden Jahren 2025 in Santiago de Chile und 2024 in Ballerup/Dänemark. Neben Grabosch hatte zuvor auch ihr Partner Maximilian Dörnbach mit Silber im Keirin am Freitag für eine Überraschung gesorgt.
Auch Henric Hackmann sorgte für einen Hingucker. Der 23-Jährige schaltete im Sprint den viermaligen Sprint-Weltmeister Jeffrey Hoogland aus den Niederlanden im Achtelfinale aus. Anschließend war gegen Nicholas Paul aus Trinidad und Tobago nach zwei Läufen Schluss.
Am Sonntag stehen unter anderem noch Entscheidungen im Keirin der Frauen mit Friedrich und zum Abschluss im Madison der Männer mit Roger Kluge und Moritz Augenstein an.
