Golf: Im Stechen gegen Matsuyama – Gotterup gewinnt auch die Phoenix Open

Chris Gotterup posiert mit der Trophäe nach seinem Sieg bei den Phoenix Open.
Chris Gotterup posiert mit der Trophäe nach seinem Sieg bei den Phoenix Open.JUSTIN EDMONDS / GETTY IMAGES VIA AFP

Golfprofi Chris Gotterup hat auf der PGA-Tour die Phoenix Open gewonnen. Der Amerikaner gewann das mit 9,6 Millionen Dollar dotierte Turnier in Scottsdale/Arizona im Stechen nach dem ersten Loch gegen den Japaner Hideki Matsuyama. Nach vier Runden waren beide mit 268 Schlägen gleichauf gelegen.

Gotterup war mit vier Schlägen Rückstand auf den Dritt­runden­führenden Matsuyama in den Finaltag gestartet. Doch im TPC Scottsdale spielte er eine furiose 64er-Runde (-7) mit insgesamt neun Birdies. Besonders stark präsentierte er sich auf den letzten sechs Löchern, auf denen er fünf Schläge gutmachte. Mit einem Gesamtergebnis von 16 unter Par (268) erzwang er schließlich das Stechen.

Matsuyama hingegen erlebte eine nervenaufreibende Schlussrunde. Zwar lag er am 72. Loch bei 17 unter Par in Führung, doch er traf lediglich drei von 14 Fairways. Diese Ungenauigkeit wurde ihm letztlich zum Verhängnis: Sein Abschlag landete im berüchtigten "church pews"-Bunker links vom Fairway, was ihm sein erstes Bogey des Tages einbrachte. Mit einer 68 (-3) fiel er auf 16 unter Par zurück – Gleichstand mit Gotterup.

Im Stechen am 18. Loch wiederholte sich das Drama: Matsuyamas Ball landete erneut links, diesmal jedoch im Wasser. Gotterup nutzte die Gelegenheit, lochte einen langen Birdie-Putt und sicherte sich damit seinen ersten PGA-Tour-Sieg im Stechen sowie bereits seinen zweiten Titel der Saison 2026. Erst im vergangenen Monat hatte er die Sony Open auf Hawaii gewonnen.

Seine starke Schlussphase hatte ihn überhaupt erst in diese Position gebracht: Birdies an den Löchern 13, 14 und 15 sowie ein weiteres Doppel-Birdie-Finish an der 17 und 18 – dort verwandelte er einen Drei-Fuß-Putt aus dem rechten Rough. "Ich wusste, dass ich an der 18 ein Birdie brauche, aber man weiß ja nie", sagte Gotterup nach der Runde. "Hideki hat großartig gespielt. Die 17 ist birdiebar, aber sie birgt auch Risiken."

Er habe einfach versucht, locker zu bleiben. "Nach Freitag und Samstag hätte ich nicht gedacht, dass wir jetzt hier stehen", ergänzte er. Dabei war Gotterup mit einer starken 63 ins Turnier gestartet, ehe er mit Runden von 71 und 70 etwas zurückfiel.

Matsuyama, Masters-Champion von 2021 und zweifacher Phoenix-Sieger, hatte zwischenzeitlich mit vier Birdies mehrere Angriffe abgewehrt, ehe ihm am Ende die Kontrolle entglitt. "Es ist enttäuschend, ein Schock", gab er zu. "Nächste Woche greife ich wieder an."

Scheffler solide – aber ohne spektakuläre Aufholjagd

Dem Weltranglistenersten Scottie Scheffler blieb eine weitere spektakuläre Aufholjagd unterdessen diesmal verwehrt. Auch Michael Thorbjornsen konnte eine zwischenzeitliche Führung nach einem Eagle an der 15 nicht behaupten und spielte auf den beiden folgenden Löchern jeweils ein Bogey.

Scheffler und Thorbjornsen teilten sich schließlich mit Akshay Bhatia, Kim Si-woo und Nicolai Højgaard den dritten Platz bei 15 unter Par (269).

Scheffler, der das Turnier 2022 nach neun Schlägen Rückstand zur Halbzeit noch gewonnen hatte, war diesmal mit fünf Schlägen Rückstand in die Finalrunde gestartet. Mit einer fehlerfreien 64 (-7) setzte er zwar noch einmal ein Ausrufezeichen, konnte jedoch nicht mehr entscheidend eingreifen.

"Es war gut", sagte der vierfache Major-Sieger. "Nach der ersten Runde habe ich es mir selbst schwer gemacht, aber die folgenden drei Tage waren wirklich solide."

Nach seinem Sieg in La Quinta zu Saisonbeginn hatte Scheffler auf seinen zweiten Titel des Jahres 2026 gehofft, diesmal reichte es jedoch nur für Rang drei.

Stephan Jäger aus München, einziger deutscher Starter, fiel nach einer 72er-Runde zum Abschluss mit 277 Schlägen noch um zwölf Ränge auf den 28. Platz zurück.