In einem turbulenten Auftakt im Aronimink Golf Club teilt sich Scheffler die Führung jedoch mit einer sechsköpfigen Verfolgergruppe. Neben dem Südafrikaner Aldrich Potgieter, dem Australier Min Woo Lee und dem US-Amerikaner Alex Smalley spielten auch der Japaner Ryo Hisatsune sowie das deutsche Duo Stephan Jaeger und Martin Kaymer eine starke 67.
Für Scheffler war es das erste Mal überhaupt, dass er ein Major-Turnier als Führender nach der ersten Runde begann. "Der Platz war extrem anspruchsvoll. Ich bin mental stabil geblieben und habe in den schwierigen Phasen die Ruhe bewahrt", resümierte der vierfache Major-Sieger, der unter anderem Birdie-Putts aus elf und acht Metern versenkte. Auf die Frage nach der geteilten Führung entgegnete er: "Ist es wirklich eine Führung, wenn man sie mit sechs oder sieben anderen teilt?"
Einen Kontrast dazu bot der Auftritt von Rory McIlroy. Nach einer schwachen 74er-Runde zeigte sich der Nordire sichtlich frustriert. Zwar bereiteten ihm seine Blasen am Fuß keine Probleme, dafür aber sein Spiel vom Tee: "Ich treffe den Ball einfach nicht gut genug. Das zieht sich leider schon durch das ganze Jahr." McIlroy beendete seine Runde mit vier Bogeys in Folge.
Deutsche Hoffnungen und Überraschungen
Besonders erfreulich aus deutscher Sicht: Mit Martin Kaymer und Stephan Jaeger liegen gleich zwei Profis aussichtsreich im Rennen. Kaymer, PGA-Champion von 2010, agierte extrem konstant und vermied große Fehler. Jaeger hingegen glänzte vor allem auf den ersten neun Löchern mit fünf Birdies, bevor er das Ergebnis auf der zweiten Platzhälfte kampfbetont ins Clubhaus rettete. Eine solche deutsche Doppelpräsenz in den Top 5 eines Majors gab es zuletzt 2001 durch Bernhard Langer und Alex Cejka.
Auch der junge Japaner Ryo Hisatsune sorgte für Aufsehen. Bei seinem erst fünften Major-Start notierte er sieben Birdies und bewies auf den ondulierten Grüns von Aronimink enormes Fingerspitzengefühl.
Das Verfolgerfeld im Blick
Nur einen Schlag hinter der Spitze (68) lauert eine prominente Gruppe, darunter der Ire Shane Lowry, Sahith Theegala und Xander Schauffele. Patrick Reed gelang dabei das Kunststück, als einziger Spieler des Tages komplett ohne Bogey zu bleiben.
Jordan Spieth, der mit einem Sieg den Karriere-Grand-Slam vervollständigen könnte, startete mit einer soliden 69. Ebenfalls bei zwei unter Par liegen Brooks Koepka, Justin Thomas und Jon Rahm. Letzterer sorgte mit einem Eagle aus 92 Metern für das Highlight des Tages: "Ein phänomenaler Schlag", so der Spanier kurz und knapp.
Kurios verlief der Tag für Garrick Higgo: Der Südafrikaner kassierte zwei Strafschläge, weil er verspätet am ersten Abschlag erschien. Einen völlig verkorksten Start erwischte zudem Bryson DeChambeau, der nach zahlreichen Fehlern mit einer 76 weit abgeschlagen ist.
